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Ungetragen

Ungetragen heißt, dass ein Kleidungsstück nie im Alltag angehabt wurde — Anprobieren zählt nicht als Tragen, alles darüber hinaus schon.

Wie du ungetragen glaubwürdig beschreibst

„Wollmantel, ungetragen, zweimal anprobiert, Etikett fehlt, aus Nichtraucherhaushalt“ — dieser Satz beantwortet vier Fragen auf einmal und lässt keine Lücke, in die Misstrauen passt. Käufer erwarten bei ungetragen: keine Knötchen an Reibestellen, keinen Geruch, saubere Innenfutter und Sohlen, unbeschädigte Nähte. Wenn eine dieser Erwartungen nicht erfüllt ist, gehört sie in dieselbe Zeile. Ergänze, warum das Teil nie getragen wurde — falsche Größe, Geschenk, Fehlkauf, Jahreszeit verpasst. Diese Begründung ist kein Beiwerk: Sie ist der Grund, warum ein neues Teil überhaupt in einer Gebrauchtanzeige steht, und ihr Fehlen ist die häufigste Ursache für Nachfragen.

Der Grenzfall: ungetragen ist nicht dasselbe wie neuwertig

Zeit arbeitet auch im Schrank. Ein zehn Jahre altes, nie getragenes T-Shirt kann gelbe Achselbereiche haben, ein Gummizug wird spröde, Kunststoffdrucke reißen, Klebenähte lösen sich, Leder trocknet aus. Ungetragen beschreibt die Nutzung, nicht den Zustand — beides gehört deshalb nebeneinander. Und die Angabe ist mehr als eine Formulierung: Was du in der Anzeige zusicherst, ist eine vereinbarte Beschaffenheit, und weicht die Ware davon ab, ist sie mangelhaft. Wer „ungetragen“ schreibt, obwohl er das Teil einen Abend anhatte, verkauft mit einer falschen Zusage. „Einmal getragen, danach gewaschen“ kostet ein paar Euro weniger und beendet die Sache mit der Übergabe. Das ist die allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung zu einem einzelnen Verkauf.

Häufige Fragen

Zählt Anprobieren als getragen?

Nein, solange es beim Anprobieren geblieben ist. Üblich und ehrlich ist der Zusatz „einmal anprobiert“, weil damit klar ist, dass das Teil den Bügel verlassen hat. Bei Schuhen gilt zusätzlich: nur drinnen anprobiert, damit die Sohle sauber bleibt. Ein Foto der Laufsohle beendet die Diskussion sofort.

Was schreibe ich, wenn ich es einmal getragen habe?

Genau das: „einmal getragen“, dazu ob und wie gewaschen wurde. Der Preisunterschied zu ungetragen ist klein, der Vertrauensunterschied groß. Käufer verzeihen einen ehrlichen Gebrauchshinweis fast immer, eine geschönte Angabe dagegen fällt beim Auspacken auf — und dann geht es nicht mehr um Kleidung, sondern um Rückabwicklung.

Nutzung und Zustand gehören in dieselbe Zeile

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.