Restprofil
Restprofil ist die verbleibende Profiltiefe eines Reifens in Millimetern — die Zahl, die Käufer als Erstes wissen wollen, weil sie sagt, wie lange der Reifen noch gefahren werden darf.
Messen, notieren, in die Anzeige schreiben
„4 Sommerreifen, Restprofil 5 bis 6 mm, gleichmäßig abgefahren“ — so liest sich ein Inserat, das Nachfragen erspart. Gemessen wird in den Hauptrillen, mit einer Profiltiefenlehre oder einer Ein-Euro-Münze: Der goldene Rand ist drei Millimeter breit, verschwindet er in der Rille, liegst du darüber. Miss jeden Reifen einzeln und an mehreren Stellen, innen wie außen. Ungleichmäßiger Abrieb ist ein Befund, kein Makel — er deutet auf Spur oder Luftdruck hin und gehört genannt. Neue Sommerreifen starten je nach Typ bei rund acht Millimetern, Winterreifen etwas darüber.
1,6 Millimeter sind keine Empfehlung
Sie sind das gesetzliche Minimum nach § 36 Abs. 2 StVZO, und wer darunter liegt, verkauft Altgummi auf Felge. Praktisch endet die Nutzbarkeit früher: Bei Winterreifen raten Fachleute zu vier Millimetern, weil Grip auf Schnee und Nässe schon vorher nachlässt. Der zweite Grenzfall ist das Alter — ein Reifen mit sieben Millimetern kann zwölf Jahre alt und trotzdem unbrauchbar sein. Nenn beides, Profiltiefe und Herstellungsdatum, sonst kommt die Frage per Nachricht. Das gibt die übliche Rechtslage wieder und ersetzt keine Beratung zu deinem Fall.
Häufige Fragen
Wie messe ich die Profiltiefe ohne Messgerät?
Mit einer Ein-Euro-Münze. Ihr goldener Rand ist drei Millimeter breit: Steckst du sie in die Hauptrille und der Rand verschwindet vollständig, hast du mehr als drei Millimeter. Für eine Anzeige reicht das als Näherung. Genauer wird es mit einer Profiltiefenlehre, die im Zubehörhandel wenige Euro kostet.
Darf ich Reifen mit 2 mm noch verkaufen?
Verkaufen darfst du sie, gefahren werden dürfen sie bis 1,6 Millimeter. Schreib die gemessene Tiefe ehrlich hin und ordne den Preis entsprechend ein. Wer zwei Millimeter als „noch gutes Profil“ anpreist, verliert die Diskussion spätestens am Übergabeort — und meist auch den Käufer.