Meldeschwelle
Die Meldeschwelle ist die Grenze, ab der eine Plattform deine Verkaufsdaten an das Bundeszentralamt für Steuern melden muss — sie liegt bei 30 Verkäufen oder 2.000 Euro Vergütung im Kalenderjahr.
Beide Werte müssen unterschritten bleiben
Das wird oft falsch gelesen. Von der Meldung befreit bist du nur, wenn du im Kalenderjahr weniger als 30 Verkäufe machst und zugleich weniger als 2.000 Euro einnimmst. Es reicht also nicht, bei einem der beiden Werte darunter zu liegen. Zwei Beispiele: 31 Verkäufe zu je 15 Euro ergeben 465 Euro und werden trotzdem gemeldet, weil die Stückzahl gerissen ist. Ein einziger Verkauf eines Motorrads für 2.400 Euro wird ebenfalls gemeldet, obwohl es nur eine Transaktion war. Gezählt wird pro Plattform und pro Kalenderjahr, nicht über alle Portale hinweg zusammengerechnet.
Der Irrtum: Die Schwelle sagt nichts über deine Steuer
Eine Meldeschwelle ist eine Verwaltungsgrenze, keine Steuergrenze. Sie legt fest, wessen Daten übermittelt werden — nicht, wer etwas zahlen muss. Wer 35 Paar Kinderschuhe unter Einkaufspreis verkauft, wird gemeldet und schuldet nichts. Wer mit drei Verkäufen 1.500 Euro Gewinn an Sammlerstücken macht, wird nicht gemeldet, muss den Gewinn aber trotzdem erklären. Der zweite Punkt betrifft die Bezugsgröße: Gemeldet wird die Vergütung, also das, was bei dir ankommt, nicht dein Gewinn. Für die Steuer zählt umgekehrt der Gewinn. Das ist eine Beschreibung der üblichen Rechtslage und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Werden meine Verkäufe über mehrere Portale zusammengezählt?
Nein, jede Plattform prüft nur ihre eigenen Zahlen. Wer auf drei Portalen je 20 Sachen verkauft, wird von keinem gemeldet, obwohl es zusammen 60 Verkäufe sind. Für die Steuer selbst spielt das keine Rolle: Dort zählen alle Geschäfte zusammen, unabhängig davon, wo sie zustande kamen.
Zählen Verkäufe mit, die rückabgewickelt wurden?
Stornierte oder erstattete Geschäfte sollten in der Meldung nicht als Vergütung stehen, weil dir kein Geld zugeflossen ist. In der Praxis rechnen Plattformen unterschiedlich sauber. Prüfe deshalb die Jahresübersicht, die du bekommst, und widersprich dort schriftlich, wenn Rückläufer als Einnahme auftauchen.