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Schallplatten gebraucht kaufen

Beim Plattenkauf entscheidet der Zustandscode. Die Goldmine-Skala von Mint über Near Mint, Very Good Plus und Very Good bis Good und Poor ist international üblich, und jede seriöse Anzeige nennt Vinyl und Cover getrennt. Fehlt der Code, frag nach — die Angabe „guter Zustand“ bedeutet auf dem Plattenmarkt nichts.

Zwei Angaben statt einer: Vinyl und Cover getrennt

Auf dem Plattenmarkt werden Tonträger und Hülle getrennt bewertet, meist als Kürzelpaar wie NM/VG+. Das erste Kürzel gilt für die Platte, das zweite für das Cover. Die Goldmine-Skala reicht von M für ungespielt über NM, VG+, VG und G bis P. Praktisch beginnt der brauchbare Bereich bei VG+: leichte Gebrauchsspuren, kaum hörbar. VG bedeutet, dass du Oberflächengeräusche in leisen Passagen hören wirst. Wichtig ist, dass diese Kürzel eine gemeinsame Sprache sind — wer sie benutzt, hat sich mit dem Thema befasst. Wer stattdessen „Zustand gut, siehe Fotos“ schreibt, verlangt von dir, aus einem Handyfoto Rillenverschleiß abzulesen, was nicht geht. Frag in diesem Fall gezielt: Wurde die Platte gespielt, knistert sie, gibt es Sprünge, und ist die Innenhülle noch original.

Im Gegenlicht siehst du mehr als auf jedem Foto

Zieh die Platte am Rand und am Label heraus und halt sie schräg gegen eine Lichtquelle. Feine, gleichmäßige Haarlinien sind normale Spielspuren. Was du suchst, sind tiefere Kratzer, die quer zur Rille laufen, matte Felder von Nadelverschleiß und weiße, kreisrunde Abdrücke, die auf falsche Lagerung hinweisen. Fahr mit dem Fingernagel quer über einen Kratzer: Hakt er, wird es hörbar springen. Dreh die Platte danach flach ins Licht und sieh von der Kante aus über die Fläche — eine Welle erkennst du so sofort, und leichter Verzug ist bei alten Pressungen häufig. Prüf zum Schluss das Label auf Wasserränder und die Innenhülle auf Schimmelspuren. Wenn möglich, hör die erste und die letzte Rille an, denn dort sitzen Verschleiß und Verzerrungen zuerst.

Wenn du hinter bestimmten Titeln her bist, arbeitet ein <a href="/suchauftrag?thema=schallplatten">Suchauftrag für Schallplatten</a> weiter, während du etwas anderes tust. Anzeige aufgeben

Pressung und Matrixnummer entscheiden über den Preis

Bei gesuchten Alben unterscheiden sich Erstpressungen von späteren Auflagen im Wert erheblich. Sichtbar wird das an Details: Labelfarbe, Herstellerangaben im Kleingedruckten, Katalognummer und der Matrixnummer, die in die Auslaufrille zwischen letzter Rille und Label geritzt ist. Bitte den Verkäufer um ein scharfes Foto von Label und Auslaufrille, bevor du zusagst. Bei einem Konvolut lohnt sich das nicht — dort kaufst du Masse und rechnest mit einem Durchschnittspreis pro Platte. Bei Einzelstücken über einem gewissen Betrag lohnt es immer. Sei dabei fair: Viele Verkäufer erben Sammlungen und wissen nicht, was sie haben. Wer eine Erstpressung erkennt und den Preis dafür bezahlt, kauft ruhiger als jemand, der auf ein Versehen hofft. Wie man Konvolute sinnvoll beschreibt, zeigt die <a href="/vorlagen/sammlung-vorlage">Vorlage für Sammlung und Konvolut</a>.

Versand: die Ecken sind das Problem, nicht die Platte

Platten überstehen den Versand fast immer, Cover nicht. Der klassische Schaden ist ein gestauchter Eckbereich, weil die Platte im Karton verrutscht. Verlang deshalb eine Verpackung, bei der die Platte getrennt vom Cover liegt und der Karton mit Füllmaterial an allen vier Ecken gestützt ist. Bei mehreren Platten gehört zwischen jede eine Pappe. Klär vorher, wer das Risiko trägt: Bei einem Versand an einen Verbraucher trägt grundsätzlich der Verkäufer die Gefahr, bis die Ware bei dir ankommt — das gilt beim Kauf von einem Unternehmer. Zwischen zwei Privatleuten geht die Gefahr nach § 447 BGB mit der Übergabe an den Transporteur auf dich über, wenn du den Versand verlangt hast. Das ist die allgemeine Rechtslage, keine Rechtsberatung zu deinem Versand.

Häufige Fragen

Was bedeutet VG+ bei einer Schallplatte?

Very Good Plus heißt: sichtbar gespielt, aber ohne störende Geräusche. Leichte Haarlinien und minimale Oberflächengeräusche in leisen Stellen sind erlaubt, Sprünge und tiefe Kratzer nicht. Das ist für die meisten Käufer die vernünftigste Stufe, weil sie deutlich günstiger ist als Near Mint und im Klang kaum abfällt.

Wie erkenne ich, ob eine Platte springt?

Am sichersten durch Anhören. Ohne Plattenspieler hilft der Fingernageltest: Fahr quer über die Kratzer, und wenn der Nagel hakt, ist der Kratzer tief genug für einen Sprung. Feine Linien, über die der Nagel gleitet, sind meist unhörbar. Frag zusätzlich, ob der Verkäufer die Seiten selbst abgehört hat.

Lohnt sich der Kauf eines ganzen Konvoluts?

Wenn du bereit bist zu sortieren, ja. Bei Sammlungen rechnest du mit einem Durchschnittspreis je Platte statt mit Einzelbewertungen und nimmst in Kauf, dass ein Teil unverkäuflich ist. Frag nach Fotos der Rücken im Regal — daraus liest du Genres und Jahrzehnte schneller ab als aus jeder Beschreibung.

Kann ich verzogene Platten noch abspielen?

Leichter Verzug ist häufig und stört meist nicht. Stärkere Wellen lassen den Tonarm hüpfen und können das System beschädigen. Sieh dir die Platte flach von der Kante aus an, bevor du kaufst. Reparaturversuche mit Wärme misslingen häufiger, als sie gelingen — kalkulier eine verzogene Platte lieber gleich aus.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.