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Rucksack und Outdoorausrüstung gebraucht

Kauf einen Trekkingrucksack nach Rückenlänge, nicht nach Litern und nicht nach Körpergröße. Zwei Menschen mit 1,80 Metern brauchen oft unterschiedliche Rahmengrößen, und ein Rucksack mit falscher Rückenlänge lässt sich nicht einstellen — das Gewicht landet dann auf den Schultern statt auf der Hüfte.

Rückenlänge messen, dann suchen

Die Rückenlänge misst du vom siebten Halswirbel — dem Knochen, der hervorsteht, wenn du den Kopf senkst — bis zur Linie zwischen den Beckenkämmen. Lass dir dabei helfen, allein wird es ungenau. Diese Zahl in Zentimetern entscheidet, welche Rahmengröße du brauchst; die Hersteller geben für ihre Modelle Spannen an, meist als S, M und L oder direkt in Zentimetern. Viele Trekkingrucksäcke haben ein verstellbares Rückensystem, das einige Zentimeter Spielraum bietet, aber eben nur einige. Frag den Verkäufer nach der Größenbezeichnung im Rucksack, sie steht meist auf einem Etikett unter der Rückenpolsterung oder im Deckelfach. Und lass dir das Etikett fotografieren, statt dich auf die Beschreibung zu verlassen — bei gebrauchten Modellen wird die Größe fast immer falsch geraten. Sitzt die Länge, trägt der Hüftgurt den Großteil des Gewichts, und der Rest ist Komfortsache.

Was am Rucksack tatsächlich kaputtgeht

Der Stoff ist selten das Problem. Kaputt gehen vier Dinge. Erstens die Schnallen: Sprödes Kunststoff bricht, besonders am Hüftgurt, wo die höchste Last wirkt. Ersatzschnallen gibt es in jeder Größe und kosten fast nichts, aber schau, ob sie überhaupt tauschbar sind oder eingenäht. Zweitens der Reißverschluss, wenn der Rucksack einen Frontzugang hat. Zieh ihn mehrmals komplett durch und achte darauf, ob sich die Zähne hinter dem Schieber wieder öffnen. Drittens die Beschichtung auf der Innenseite: Blättert sie ab, ist der Stoff nicht mehr wasserabweisend, aber tragfähig. Viertens die Nähte an den Trägeransätzen — dort reißt es, wenn überladen wurde. Fahr mit dem Finger die Naht ab und sieh nach losen Fäden. Ein Rucksack mit intakten Trageansätzen und gebrochener Schnalle ist ein Schnäppchen, umgekehrt ist es ein Reparaturfall.

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Der Geruch ist ein Ausschlusskriterium

Bei getragener Outdoorausrüstung ist das der Punkt, den die meisten unterschätzen. Rucksäcke, Schlafsäcke und Funktionsjacken, die feucht gelagert wurden, riechen muffig, und der Geruch sitzt in der Beschichtung, nicht im Stoff. Waschen holt ihn selten heraus. Riech deshalb im Termin in den Hauptraum und an die Rückenpolster; wenn du zögerst, lass es. Bei Funktionsjacken kommt ein zweiter Punkt dazu: Eine Membranjacke, die jahrelang mit Weichspüler gewaschen wurde, ist innen zwar intakt, perlt aber außen nicht mehr ab und wird bei Regen schwer. Das lässt sich mit einer Imprägnierwäsche in der Maschine wiederherstellen, kostet wenig und ist ein gutes Verhandlungsargument. Prüf bei Jacken zusätzlich, ob die Nahtbänder innen noch flach anliegen. Lösen sie sich an den Schultern ab, ist die Jacke am Ende.

Versand: Rückgabe gibt es nicht

Ausrüstung wird häufig verschickt, und genau hier liegt der Unterschied zum Onlinehändler. Beim Kauf von privat gibt es kein Widerrufsrecht: Das gesetzliche Widerrufsrecht nach § 312g BGB gilt nur für Verträge zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher. Passt der Rucksack nicht, kannst du ihn nicht einfach zurückschicken — es sei denn, der Verkäufer räumt dir das freiwillig ein. Frag also vor dem Kauf, ob eine Rücknahme möglich ist, und lass dir die Antwort schriftlich in der Nachricht geben. Das ist kein Misstrauen, sondern die einzige Absicherung, die du hast. Klär außerdem, wer den Versand beauftragt und wie versichert wird, denn davon hängt ab, wer das Transportrisiko trägt. Bei einem gut gepolsterten Rucksack ist das Risiko klein, bei Zeltstangen und Trekkingstöcken nicht. Damit ist die übliche Rechtslage beim Fernkauf von privat beschrieben; eine Beratung ersetzt sie nicht.

Häufige Fragen

Wie messe ich meine Rückenlänge?

Vom siebten Halswirbel, dem hervorstehenden Knochen bei gesenktem Kopf, bis zur gedachten Linie zwischen den Beckenkämmen. Lass dich messen, statt es selbst zu versuchen. Die Zahl in Zentimetern vergleichst du mit den Größenspannen des Herstellers — sie entscheidet über die Rahmengröße, nicht dein Volumenbedarf.

Wie viele Liter braucht ein Trekkingrucksack?

Für Hüttentouren mit Halbpension reichen meist 30 bis 40 Liter, für Zelttouren mit eigener Verpflegung eher 50 bis 65. Größer ist selten besser: Ein halbleerer 80-Liter-Rucksack trägt schlechter als ein voller 55-Liter-Rucksack, weil die Last nach hinten wandert und dich aus dem Gleichgewicht zieht.

Kann ich einen gebrauchten Rucksack zurückgeben?

Nur wenn der Verkäufer es freiwillig zusagt. Beim Privatkauf gibt es kein gesetzliches Widerrufsrecht. Frag deshalb vor dem Kauf und lass dir die Zusage in der Nachricht bestätigen. Bei nicht passender Rückenlänge ist das der Unterschied zwischen einem Fehlkauf und einem Rücktausch.

Riecht ein muffiger Rucksack wieder neutral?

Meistens nicht. Der Geruch sitzt in der Innenbeschichtung, und die lässt sich nicht auswaschen. Eine Handwäsche mit Spezialwaschmittel und langes Trocknen im Freien hilft manchmal etwas. Wenn der Geruch nach dem Trocknen zurückkommt, wird er bleiben — dann rechne den Rucksack ab, statt zu hoffen.

Ausrüstung, die im Schrank hängt, gehört jemandem auf dem Weg

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.