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Reitzubehör gebraucht kaufen

Kauf einen gebrauchten Sattel nur mit Anprobe am Pferd und am besten mit Sattler. Ein Sattel, der nicht passt, macht das Pferd über Wochen unwillig, und das merkst du nicht am Kaufstag. Alles andere — Trensen, Decken, Gamaschen — ist gebraucht dagegen fast risikolos.

Der Sattel ist ein Passteil, kein Ausrüstungsstück

Ein Sattel wird nicht nach Reitergröße gekauft, sondern nach Pferderücken. Entscheidend sind Kammerweite, Verlauf der Sattelbaumwinkel, Kanallänge und die Form der Sattelkissen — und der Rücken eines Pferdes verändert sich mit Training, Alter und Futterzustand. Deshalb ist der einzige sinnvolle Kauf einer auf Probe: Sattel mitnehmen, unter Aufsicht auflegen, mit einem Sattler prüfen, mehrere Tage reiten. Vereinbare das ausdrücklich vor dem Kauf und schriftlich, weil es beim Privatkauf keine automatische Rückgabe gibt. Achte bei der Anprobe darauf, dass der Sattel über dem Widerrist frei liegt, dass er sich beim Reiten nicht nach vorn schiebt und dass die Auflagefläche gleichmäßig anliegt. Ein Schweißabdruck nach dem Reiten zeigt das am ehrlichsten: gleichmäßig feuchte Flächen sind gut, trockene Inseln bedeuten Druckstellen.

Baum, Kissen, Beschläge: die technische Prüfung

Nimm den Sattel in beide Hände und drück Vorderzwiesel und Hinterzwiesel gegeneinander. Deutliches Nachgeben oder ein Knacken bedeutet einen gebrochenen Sattelbaum, und der ist bei den meisten Modellen wirtschaftlich nicht reparierbar. Zieh danach an beiden Sattelblättern gegeneinander und sieh, ob sich der Sattel verwindet. Prüf drittens die Kissen: Sind sie hart, klumpig oder ungleichmäßig gefüllt, gehören sie neu gepolstert, und das ist eine Sattlerarbeit mit klarem Preisschild. Kontrollier viertens die Strupfen — die Gurtstrippen unter dem Sattelblatt — auf Risse im Leder und die Nähte an ihrem Ansatz. Reißt eine Strupfe im Gelände, sitzt du im Sand. Und sieh dir zum Schluss die Steigbügelaufhängung an: Der Sicherheitsverschluss muss sich öffnen lassen, sonst ist er wertlos. Bei Leder gilt: trocken und rissig lässt sich fetten, brüchig nicht mehr retten.

Wenn dein Pferd aus einem Sattel herausgewachsen ist, kannst du ihn hier mit Kammerweite, Sitzgröße und Baujahr anbieten. Anzeige aufgeben

Was du gebraucht bedenkenlos kaufst und was nicht

Trensen, Zügel, Halfter, Decken, Bandagen und Gamaschen sind gebraucht unproblematisch, solange Leder geschmeidig ist und Klettverschlüsse noch greifen. Decken lassen sich waschen und neu imprägnieren; achte auf die Rückenlänge in Zentimetern statt auf Größenbezeichnungen, die je nach Hersteller anders liegen. Gebisse solltest du dagegen kritisch prüfen: Raue Stellen, Kerben oder abgenutzte Gelenke gehören nicht ins Pferdemaul. Und Reithelme sind der klare Grenzfall. Ein Helm, der einmal mit Wucht auf den Boden geschlagen ist, hat seine Dämpfung verbraucht, auch wenn außen nichts zu sehen ist. Beim Gebrauchtkauf weißt du nie, ob genau das passiert ist. Dasselbe gilt für Sicherheitswesten und Airbagwesten mit abgelaufenen Kartuschen. Bei allem, was deinen Kopf schützt, ist der Gebrauchtkauf die falsche Sparstelle.

Kaufvertrag, Probezeit, Verjährung

Schreib bei teureren Sätteln zwei Sätze mehr in die Quittung: Modell, Baujahr wenn bekannt, Kammerweite, der vereinbarte Probezeitraum und was passiert, wenn der Sattel nicht passt. Das ist der praktische Teil. Rechtlich gilt: Mängelansprüche beim Kaufvertrag verjähren nach § 438 BGB grundsätzlich in zwei Jahren ab Übergabe. Unter Privatleuten darf die Haftung für Sachmängel vertraglich ausgeschlossen werden, und die meisten Verkäufer tun das mit einem Satz in der Anzeige — zulässig, solange kein Mangel arglistig verschwiegen wird. Praktisch folgt daraus, dass du dich nicht auf Gewährleistung verlassen solltest, sondern auf die Anprobe. Und lass dir ausdrücklich bestätigen, dass der Sattelbaum unbeschädigt ist, wenn du das selbst nicht prüfen konntest. Das umreißt die übliche Rechtslage zur Gewährleistung unter Privatleuten und ist kein Rechtsrat.

Häufige Fragen

Kann ich einen Sattel ohne Anprobe kaufen?

Besser nicht. Die Kammerweite allein sagt zu wenig, weil Baumwinkel, Kanal und Kissenform ebenso passen müssen. Vereinbare eine Probezeit von mehreren Tagen und lass einen Sattler draufschauen. Ohne diese Vereinbarung kaufst du beim Privatverkauf endgültig — ein Rückgaberecht gibt es dort nicht.

Woran erkenne ich einen gebrochenen Sattelbaum?

Drück Vorder- und Hinterzwiesel kräftig gegeneinander. Gibt der Sattel spürbar nach oder knackt es, ist der Baum beschädigt. Zieh danach die Sattelblätter gegeneinander und achte auf Verwindung. Beides ist in dreißig Sekunden gemacht und schließt den teuersten Fehlkauf in dieser Kategorie aus.

Sind gebrauchte Reithelme in Ordnung?

Nein, davon ist abzuraten. Die Dämpfungsschicht arbeitet nur einmal, und ob der Helm schon einen Sturz hinter sich hat, siehst du ihm von außen nicht an. Bei Ausrüstung, die deinen Kopf schützt, ist der gesparte Betrag der schlechteste Tausch, den du machen kannst.

Was kostet ein gebrauchter Dressursattel?

Markenmodelle in gutem Zustand liegen häufig bei der Hälfte des Neupreises, gute Sättel halten ihren Wert erstaunlich gut. Rechne eine Neupolsterung der Kissen ein, wenn sie hart oder klumpig sind — diese Sattlerarbeit ist ein fester Posten und ein starkes Verhandlungsargument.

Sattelkammer ausmisten und den Rest an den Stall nebenan geben

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Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.