Zum Inhalt springen
Anzeige aufgeben

Heizgeräte gebraucht kaufen

Beim gebrauchten Heizgerät zählt zuerst die Elektrik, nicht der Preis. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt ist für einen Haushaltsstromkreis eine hohe Dauerlast und gehört direkt in eine feste Steckdose, nie in eine Mehrfachsteckdose oder eine aufgerollte Kabeltrommel. Prüf danach Kabel, Kippschutz und Überhitzungsschutz.

Der Stromkreis setzt die Grenze, nicht das Gerät

Ein üblicher Haushaltsstromkreis ist mit 16 Ampere abgesichert. Bei 230 Volt entspricht das rund 3.680 Watt — und zwar für alle Steckdosen dieses Stromkreises zusammen, nicht pro Dose. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt füllt davon mehr als die Hälfte. Läuft im selben Kreis noch ein Wasserkocher, fliegt die Sicherung, und das ist der harmlose Fall. Der gefährliche Fall sind Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln: Billige Verteiler sind für Dauerlast in dieser Höhe nicht gebaut, ihre Kontakte erwärmen sich, und eine aufgerollte Kabeltrommel wirkt zusätzlich wie eine Spule und heizt sich auf. Deshalb gilt für jedes elektrische Heizgerät: direkt in die Wandsteckdose, Kabel vollständig abgerollt, nichts darüber gelegt. Fühl nach einer halben Stunde Betrieb einmal an Stecker und Dose — spürbar warm ist noch normal, heiß ist es nicht.

Was du am gebrauchten Gerät wirklich prüfst

Sieh dir zuerst das Kabel über die ganze Länge an: Knickstellen, geflickte Isolierung, ein wackelnder Stecker oder verfärbte Kontakte sind Ausschlussgründe, kein Verhandlungspunkt. Dann der Kippschutz — kipp das Gerät im ausgeschalteten Zustand leicht an und prüf, ob der Schalter unten reagiert; bei Heizlüftern und Ölradiatoren gehört er zur Grundausstattung. Der Überhitzungsschutz lässt sich nicht direkt testen, aber du kannst nach Verfärbungen am Gitter und im Inneren sehen. Schalt das Gerät ein und riech: Ein kurzer Staubgeruch in den ersten Minuten ist normal, ein Geruch nach heißem Kunststoff nicht. Sieh dir das Schutzgitter an, ob es verbogen ist oder fehlt. Und prüf, ob ein GS-Zeichen und der Herstellername lesbar sind. Ein Gerät ohne jede Kennzeichnung, dessen Herkunft niemand mehr kennt, ist bei einem Heizgerät den kleinen Preisvorteil nicht wert.

Wenn du ein Heizgerät abgibst, nenne die Leistungsstufen in Watt und den Zustand des Kabels — das sind die Angaben, nach denen Käufer bei Heizgeräten zuerst fragen. Anzeige aufgeben

Gas, Petroleum und Katalytöfen sind etwas anderes

Diese Geräte tauchen im Gebrauchtmarkt regelmäßig auf, und sie folgen anderen Regeln als ein Elektrogerät. Sie verbrennen Brennstoff im Raum. Dabei entstehen Kohlenmonoxid, das man nicht riecht, und erhebliche Mengen Wasserdampf, der später als Schimmel an der Wand steht. Der Hersteller schreibt für solche Geräte eine Mindestraumgröße und eine dauerhafte Belüftung vor, und diese Angaben sind keine Empfehlung. In Schlafräumen, in Kellern ohne Fenster und in Wohnwagen ohne Außenluftzufuhr haben sie nichts zu suchen. Beim Gebrauchtkauf kommt hinzu, dass Schläuche und Druckminderer altern; sie haben ein aufgedrucktes Datum und gehören nach Ablauf ersetzt, unabhängig davon, wie gut sie aussehen. Wenn du ein solches Gerät kaufst, plane einen Kohlenmonoxid-Melder gleich mit ein. Das ist der Punkt, an dem gespartes Geld am wenigsten Sinn ergibt.

Ölradiator, Konvektor, Infrarot: was wofür taugt

Elektrische Heizgeräte wandeln Strom praktisch vollständig in Wärme um — bei den Betriebskosten unterscheiden sie sich deshalb nicht, sondern nur darin, wie sich die Wärme anfühlt und wie schnell sie da ist. Der Heizlüfter ist sofort warm, laut und wirbelt Staub auf; er taugt für kurze Einsätze im Bad. Der Ölradiator braucht lange, hält die Wärme dafür und ist leise; er ist das Gerät für den Raum, in dem du sitzt. Der Konvektor liegt dazwischen. Infrarotpaneele wärmen Flächen und Personen statt Luft und sind sinnvoll, wenn du gezielt einen Platz beheizen willst. Rechne die Kosten trotzdem einmal durch: Zwei Kilowatt über fünf Stunden sind zehn Kilowattstunden am Tag, und das summiert sich über einen Winter zu einem Betrag, der jedes gebrauchte Gerät weit übersteigt. Ein Zusatzheizer ist eine Übergangslösung, keine Heizung.

Häufige Fragen

Kann ich einen Heizlüfter an eine Mehrfachsteckdose anschließen?

Lieber nicht. Heizgeräte ziehen über Stunden eine hohe Dauerlast, und viele Verteiler sind dafür nicht ausgelegt. Steck das Gerät direkt in die Wandsteckdose und roll Verlängerungen vollständig ab. Eine aufgerollte Kabeltrommel unter Last ist eine der häufigsten Brandursachen im Haushalt.

Ist ein gebrauchter Heizlüfter sicher?

Wenn Kabel, Stecker, Schutzgitter, Kippschalter und Kennzeichnung in Ordnung sind, spricht nichts dagegen. Ausschlussgründe sind geflickte Isolierung, verfärbte Kontakte, ein fehlendes Gitter und Geruch nach heißem Kunststoff im laufenden Betrieb. Bei fehlender Herstellerangabe such lieber weiter, statt am falschen Ende zu sparen.

Welches Heizgerät verbraucht am wenigsten Strom?

Keines. Elektrische Direktheizungen setzen die aufgenommene Leistung praktisch vollständig in Wärme um, sodass zwei Kilowatt zwei Kilowatt bleiben. Unterschiede gibt es beim Komfort, nicht beim Verbrauch. Wer sparen will, heizt kleinere Flächen kürzer, statt auf das angeblich sparsamere Gerät zu hoffen.

Darf ich einen Gasheizer in der Wohnung betreiben?

Nur wenn Raumgröße und Belüftung den Herstellerangaben entsprechen, und nicht in Schlafräumen oder fensterlosen Kellern. Bei der Verbrennung entstehen Kohlenmonoxid und viel Feuchtigkeit. Prüf beim Gebrauchtkauf das aufgedruckte Datum an Schlauch und Druckminderer und ersetze abgelaufene Teile vor dem ersten Betrieb.

Der Ölradiator vom letzten Winter steht ungenutzt im Abstellraum

Heizgerät einstellen

Anzeige jederzeit ändern oder löschen — mit einem Klick

Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.