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Kleingeräte gebraucht kaufen

Bei gebrauchten Kleingeräten entscheidet nicht der Preis über das Risiko, sondern das Kabel. Sieh dir Zuleitung, Stecker und Zugentlastung genau an und lass jedes Gerät einmal laufen. Was mit Isolierband geflickt wurde, kaufst du nicht — auch nicht für fünf Euro und auch nicht als Zweitgerät.

Das Kabel ist der Punkt, an dem du entscheidest

Zieh die Zuleitung einmal komplett durch die Hand. Knickstellen direkt am Gerät sind die häufigste Schwachstelle, weil dort bei jedem Verstauen gebogen wird. Prüf die Zugentlastung: Lässt sich das Kabel am Gehäuse hin und her schieben, liegen die Adern innen frei auf. Am Stecker achtest du auf Verfärbungen und angeschmolzene Stellen an den Stiften; beides zeigt, dass der Kontakt heiß geworden ist. Repariert mit Isolierband, Schrumpfschlauch über einer offenen Stelle oder einem nachträglich angeschraubten Fremdstecker — das sind keine Verhandlungspunkte, sondern Gründe, das Gerät stehen zu lassen. Bei Geräten mit abnehmbarem Kaltgerätekabel ist die Lage entspannter, weil sich das Kabel für wenige Euro ersetzen lässt. Frag in dem Fall trotzdem, ob das Originalkabel dabei ist, und sieh dir die Buchse am Gerät auf Brandspuren an.

Was bei welchem Gerät zuerst aufgibt

Beim Wasserkocher ist es selten das Heizelement, sondern die Abschaltautomatik. Lass ihn deshalb vor Ort einmal ganz durchkochen: Er muss von selbst ausgehen, und zwar zügig nach dem Aufwallen. Prüf das Deckelscharnier und sieh in den Behälter — eine dicke Kalkschicht ist entkalkbar, ein Kalkring bis über die Maximalmarke sagt dir etwas über die Pflege. Beim Toaster ist der Auswurfmechanismus die Schwachstelle; test alle Stufen und sieh nach, ob alle Heizdrähte gleichmäßig glühen. Bei der Mikrowelle prüf zuerst die Tür: Verzogener Rahmen, defekte Verriegelung oder eine beschädigte Dichtung sind Ausschlussgründe, denn sie halten die Strahlung im Gerät. Beim Stabmixer dreh die Welle von Hand und riech am Getriebe. Beim Föhn hörst du auf das Lager und achtest darauf, ob das Gitter hinten frei ist.

Wer ein defektes Kleingerät abgibt, schreibt den Fehler genau hin statt „defekt“ — Bastler suchen gezielt nach dem Fehlerbild und holen es ab. Anzeige aufgeben

CE ist eine Erklärung, GS ist eine Prüfung

Das ist der Irrtum, der sich am hartnäckigsten hält. Das CE-Zeichen bedeutet nicht, dass jemand das Gerät geprüft hat. Es ist die Erklärung des Herstellers oder Importeurs, dass das Produkt die geltenden EU-Anforderungen erfüllt — angebracht wird es von ihm selbst. Das GS-Zeichen für „geprüfte Sicherheit“ dagegen wird von einer unabhängigen, dafür befugten Stelle vergeben, die ein Baumuster tatsächlich untersucht hat. Es ist freiwillig, und deshalb tragen es längst nicht alle guten Geräte. Für den Gebrauchtkauf heißt das: GS ist ein zusätzliches Argument, das Fehlen ist kein K.-o.-Kriterium, aber ein Gerät ganz ohne Kennzeichnung, ohne Herstellernamen und ohne Typenschild ist eines, dessen Herkunft niemand mehr belegen kann. Bei einem Gerät, das dauerhaft am Netz hängt oder Hitze erzeugt, ist das der Punkt, an dem du weitersuchst.

Wenn es sich nicht lohnt: nicht in den Restmüll

Elektrische Kleingeräte gehören nicht in den Hausmüll, auch nicht der billige Toaster. Neben dem Wertstoffhof gibt es die Rücknahme im Handel: Größere Elektrohändler müssen kleine Altgeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge kostenlos zurücknehmen, ohne dass du etwas Neues kaufst. Seit dem 1. Juli 2022 gilt eine entsprechende Pflicht auch für größere Lebensmittelhändler, die regelmäßig Elektrogeräte anbieten. Praktisch bedeutet das: Der defekte Wasserkocher kann beim nächsten Einkauf mit. Bevor du entsorgst, lohnt trotzdem eine kurze Anzeige. Für viele Geräte gibt es Leute, die genau dieses Modell reparieren oder ein Ersatzteil daraus brauchen, und die holen ab. Schreib den Defekt klar dazu, dann kommt niemand mit falschen Erwartungen — „Deckel schließt nicht, Kocher heizt“ ist eine bessere Anzeige als „defekt“.

Häufige Fragen

Ist ein gebrauchter Wasserkocher hygienisch bedenklich?

Nein, wenn er entkalkt und ausgespült wird. Kalk ist Kesselstein und kein Keimproblem, und das Wasser wird bei jedem Gebrauch gekocht. Wichtiger ist die Abschaltautomatik: Lass ihn vor Ort einmal durchkochen und sieh zu, ob er von selbst und zügig ausgeht.

Was bedeutet das CE-Zeichen auf einem Gerät?

Es ist die Erklärung des Herstellers oder Importeurs, dass das Produkt die EU-Anforderungen erfüllt — keine Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Genau das leistet das freiwillige GS-Zeichen, hinter dem ein untersuchtes Baumuster steht. Fehlt jede Kennzeichnung samt Herstellername, such lieber weiter.

Kann ich eine gebrauchte Mikrowelle bedenkenlos kaufen?

Nur mit intakter Tür. Verzogener Rahmen, klemmende Verriegelung, beschädigte Dichtung oder ein Riss in der Scheibe sind Ausschlussgründe, weil die Tür die Strahlung im Gerät hält. Ist die Tür einwandfrei und der Garraum sauber, spricht gegen ein gebrauchtes Gerät nichts.

Wohin mit einem defekten Kleingerät?

Zum Wertstoffhof oder in den Handel: Größere Elektrohändler nehmen Altgeräte bis 25 Zentimeter kostenlos zurück, ohne dass du etwas kaufst. In den Hausmüll gehört keines dieser Geräte. Vorher lohnt eine Anzeige mit klar benanntem Defekt — Bastler und Ersatzteilsucher holen so etwas ab.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.