Akkuwerkzeug gebraucht kaufen
Beim gebrauchten Akkuwerkzeug kaufst du in Wahrheit den Akku. Ein Ersatzakku kostet häufig mehr als das halbe Gerät, und Lithium-Ionen-Zellen altern auch ungenutzt. Frag deshalb nach dem Herstellungsdatum auf dem Akku und danach, ob er nach dem Laden die Ladung hält.
Der Akku ist der Preis, das Gerät ist Zugabe
Rechne vor jedem Angebot durch, was ein neuer Originalakku für dieses System kostet. Bei vielen Marken liegt ein Akku mittlerer Kapazität in der Größenordnung eines kompletten Einsteigergeräts mit Akku und Ladegerät. Das verschiebt die ganze Verhandlung: Ein Akkuschrauber mit zwei müden Akkus ist nicht günstig, sondern ein nacktes Gerät zum Preis von zweien. Frag deshalb nach dem Aufdruck auf dem Akkugehäuse. Dort steht neben Spannung und Kapazität meist ein Produktions- oder Chargendatum, oft als Jahr und Woche. Lithium-Ionen-Zellen verlieren mit den Jahren Kapazität, unabhängig davon, wie oft geladen wurde — kalendarische Alterung nennt man das. Ein sechs Jahre alter Akku ist auch ungenutzt kein voller Akku mehr, und das gehört in den Preis, nicht in die Hoffnung.
Prüfen, was sich vor Ort prüfen lässt
Nimm zum Termin Zeit für drei Handgriffe mit. Erstens: Akku voll aufladen lassen, bevor du kommst — vereinbare das vorher. Zweitens: Gerät unter Last laufen lassen, also eine dicke Schraube in ein Stück Holz drehen oder die Säge durch ein Brett führen. Ein müder Akku bricht unter Last ein, das Gerät wird langsam oder schaltet ab, obwohl die Ladeanzeige voll zeigt. Drittens: Akkugehäuse und Kontakte ansehen. Aufgeblähte Gehäuse, Spalten an den Nahtstellen, Korrosion auf den Kontakten oder Schmelzspuren sind Ausschlusskriterien, nicht Verhandlungspunkte. Prüf auch die Ladeanzeige: Zeigt sie nach zehn Minuten Ladung bereits voll, ist meistens eine Zelle defekt und die Elektronik bricht ab. Und lass dir das passende Ladegerät zeigen — fremde Ladegeräte sind bei Lithium-Ionen-Akkus keine gute Idee.
Wer Akkugeräte abgibt, sollte das Produktionsdatum des Akkus und die Systembezeichnung direkt in die Anzeige schreiben. Anzeige aufgeben
Systembindung: der teuerste Fehler beim Einstieg
Jeder Hersteller hat eine eigene Akkuaufnahme, und Akkus verschiedener Systeme sind nicht austauschbar. Wer sich einmal für ein System entschieden hat, kauft alle weiteren Geräte darin, weil Akkus und Ladegeräte weiterverwendet werden. Das macht den Gebrauchtkauf attraktiv — Solo-Geräte ohne Akku sind deutlich günstiger, wenn du das System schon hast. Es macht ihn aber auch riskant: Ein günstiges Gerät eines fremden Systems zwingt dich zu neuen Akkus und einem zweiten Ladegerät, und dann war es nicht günstig. Prüf deshalb vor dem Kauf, ob dein vorhandener Akku wirklich passt, und verlass dich nicht auf Adapter aus dem Netz. Frag im Zweifel nach einem Foto der Akkuaufnahme am Gerät und vergleiche es mit deinem eigenen Akku.
Versand von Akkus: Gefahrgut mit Regeln
Lithium-Ionen-Akkus sind im Transport Gefahrgut der Klasse 9. Einzeln versandte Akkus und Akkus im oder mit einem Gerät werden unterschiedlich behandelt, es gelten Kennzeichnungspflichten und je nach Anbieter Einschränkungen für den Privatversand. Praktisch heißt das: Frag beim Versanddienstleister nach, bevor du einen losen Akku in ein Paket legst, und verlass dich nicht darauf, dass es beim letzten Mal geklappt hat. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus dürfen gar nicht versendet werden — sie gehören zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme im Handel. Für dich als Käufer ist das ein Argument für Abholung: Gerät und Akku vor Ort prüfen, mitnehmen, fertig. Das ist die allgemeine Darstellung der Regeln und ersetzt keine Auskunft deines Versanddienstleisters.
Häufige Fragen
Wie alt darf ein gebrauchter Akku sein?
Je jünger, desto besser — Lithium-Ionen-Zellen verlieren auch ungenutzt Kapazität. Such nach dem Produktionsdatum auf dem Akkugehäuse, oft als Jahr und Woche. Bei Akkus, die deutlich älter als ein paar Jahre sind, kalkuliere den Ersatz von Anfang an in den Kaufpreis ein.
Woran erkenne ich einen defekten Akku?
Er lädt sehr schnell voll und ist unter Last sofort leer. Weitere Zeichen sind ein aufgeblähtes Gehäuse, sichtbare Spalten an den Nähten, Korrosion an den Kontakten und starke Wärmeentwicklung beim Laden. Aufgeblähte Akkus kaufst du nicht und versendest du nicht — sie gehören in die Rücknahme.
Kann ich Akkus verschiedener Marken mischen?
Nein. Jeder Hersteller hat eine eigene Aufnahme und eigene Elektronik. Adapter aus dem Netz umgehen die Schutzschaltung und sind ein Risiko für Gerät und Akku. Prüf vor dem Kauf, ob dein vorhandenes System passt, und lass dir ein Foto der Akkuaufnahme schicken.
Lohnt sich ein Gerät ohne Akku?
Wenn du das System schon nutzt, lohnt es sich deutlich. Solo-Geräte ohne Akku sind gebraucht günstig, weil sie für Neueinsteiger allein nutzlos sind. Achte dabei auf die genaue Systembezeichnung, nicht nur auf die Marke — größere Hersteller führen mehrere Akkuplattformen nebeneinander, die untereinander nicht passen.