Kettensäge gebraucht kaufen
Starte die Säge vor dem Kauf kalt. Eine gebrauchte Motorsäge, die erst nach dreißig Zügen anspringt, hat meist ein Verdichtungs- oder Vergaserproblem, und das kostet mehr als die Säge wert ist. Prüf danach Kettenbremse, Schienennut und Kettenrad. Kette und Schiene sind Verschleiß und fallen kaum ins Gewicht.
Der Kaltstart verrät mehr als jede Beschreibung
Bitte den Verkäufer schon am Telefon, die Säge bis zu deinem Termin nicht anzuwerfen. Eine Maschine, die zwei Stunden vorher warmgelaufen ist, springt auch mit halber Kompression an. Kalt zeigt sich die Wahrheit: Zwei bis fünf Züge mit Choke, dann läuft sie. Zieh den Starter außerdem einmal langsam durch und spür, ob deutlicher Widerstand kommt. Fühlt es sich an, als würdest du an einer Schnur ohne Motor ziehen, sind Kolben und Zylinder hinüber. Lass sie danach im Leerlauf stehen: Die Kette darf sich nicht mitdrehen. Dreht sie mit, ist die Kupplung verschlissen oder der Leerlauf falsch eingestellt — Ersteres ist teuer, Letzteres eine Sache von einer Schraube. Und riech am Auspuff. Stark schwarzer, ölig nasser Ruß deutet auf ein falsches Gemisch über lange Zeit hin.
Vier Teile, an denen du den echten Verschleiß siehst
Nimm den Kettenraddeckel ab, dafür reicht der Kombischlüssel, den fast jeder Verkäufer dabeihat. Erstens das Kettenrad: Sind in den Zähnen deutliche Einschläge zu sehen, lief die Säge lange mit gelängter Kette. Zweitens die Schienennut. Kipp die Kette seitlich — lässt sie sich weit umlegen, ist die Nut ausgeschlagen. Drittens der Ölkanal unter der Schiene, oft mit Sägemehl zugesetzt; eine Säge ohne Kettenschmierung frisst sich in Minuten fest. Halt die laufende Säge über ein Blatt Papier und gib Gas: Es muss ein Ölstreifen darauf erscheinen. Viertens der Luftfilter. Ist er zugesetzt und die Filterdichtung porös, hat der Motor Staub gezogen. Neue Kette und neue Schiene kosten zusammen deutlich weniger als eine Zylinderüberholung — deshalb ist ein sauberer Motor mit schlechter Schiene der bessere Kauf als umgekehrt.
Wenn bei dir selbst eine Säge im Schuppen steht, die du nicht mehr brauchst, kannst du sie mit genau diesen Angaben zu Kettenrad und Schiene kostenlos einstellen. Anzeige aufgeben
Kettenbremse und Schutzausrüstung gehören zur Rechnung
Leg die Bremse im Stand ein und versuch, die Kette von Hand zu ziehen. Sie darf sich nicht bewegen. Lös sie und prüf, ob der Handschutz hörbar einrastet. Ein Bremsband, das ausgeglüht ist, kostet wenig, aber ohne die Prüfung merkst du es erst beim Rückschlag. Schau dir außerdem den Krallenanschlag an: Fehlt er, hat die Säge oft einen Sturz oder einen Baum abbekommen. Rechne beim Preis mit, was du zusätzlich brauchst. Schnittschutzhose, Helm mit Visier und Gehörschutz, Handschuhe und Sicherheitsschuhe schlagen zusammen mit einem dreistelligen Betrag zu Buche — mehr als so manche gebrauchte Säge. Wer nur einmal im Jahr Brennholz macht, fährt mit Ausleihen häufig besser. Und im Wald darfst du in vielen Bundesländern als Selbstwerber nur mit Motorsägenlehrgang arbeiten; frag beim zuständigen Forstamt nach, bevor du kaufst.
Preisgespräch, Ersatzteile, Gewährleistung
Beim Preis wirken drei Faktoren zusammen, nämlich Hubraum, Ersatzteilversorgung und Betriebsstunden. Für verbreitete Profimodelle bekommst du Kolben, Kurbelwellenlager und Vergaser auch nach fünfzehn Jahren; bei Baumarktsägen ist nach wenigen Jahren Schluss, und dann ist ein Defekt ein Totalschaden. Frag deshalb nach dem genauen Modellcode auf dem Typenschild und such vor dem Termin, ob es Teile gibt. Ein Verkäufer, der die Säge als Privatperson abgibt, darf die Sachmängelhaftung ausschließen, und die meisten tun das mit einem Satz in der Anzeige. Das ist zulässig. Was er nicht darf: einen bekannten Motorschaden verschweigen und sich dann auf den Ausschluss berufen — dagegen steht § 444 BGB. Lass dir Zusagen wie „läuft einwandfrei“ deshalb in die Quittung schreiben. Das umreißt die übliche Rechtslage beim Verkauf von Motorgeräten unter Privatleuten und ersetzt keinen Anwalt.
Häufige Fragen
Wie viele Betriebsstunden hält eine Motorsäge?
Das sagt niemand seriös in Stunden, weil Privatsägen fast nie einen Zähler haben. Aussagekräftiger ist der Zustand: gleichmäßige Kompression, sauberer Luftfilter, ein Kettenrad ohne Einschläge. Eine gepflegte Profisäge nach zehn Jahren ist meist die bessere Wahl als eine kaum benutzte Billigsäge mit verharztem Vergaser.
Kann ich eine Kettensäge ohne Sprit testen?
Nur halb. Kompression, Kettenbremse, Schienennut und Kettenrad prüfst du auch trocken. Ob der Motor rund läuft, die Kettenschmierung fördert und der Leerlauf stimmt, siehst du nur im Betrieb. Nimm einen halben Liter fertiges Gemisch mit, dann bist du nicht auf den Kanister des Verkäufers angewiesen.
Lohnt sich eine Akkusäge gebraucht?
Nur mit frischem Akku. Das Gerät hält lange, der Akku nicht — und ein Ersatzakku kostet oft mehr als die halbe Säge. Frag nach dem Kaufjahr des Akkus und lass ihn im Termin bis zur Abschaltung leerarbeiten. Schafft er keine zwanzig Minuten, kalkulier den neuen Akku ein.
Was ist ein fairer Preis für eine gebrauchte Kettensäge?
Rechne vom Neupreis des exakten Modells herunter, nicht von der Marke. Läuft sie sauber und ist die Ersatzteilversorgung gesichert, liegen gebrauchte Profisägen meist im Bereich der Hälfte bis zu zwei Dritteln. Sägen ohne Teileversorgung sind Verbrauchsmaterial und werden entsprechend billig gehandelt. Zieh außerdem ab, was Kette, Schiene und eine Vergaserreinigung dich noch kosten werden.