Rasenmäher gebraucht kaufen
Kipp den Mäher vor dem Kauf zur Seite und sieh dir den Gehäuseboden an. Durchgerostete Böden und eine krumme Messerwelle sind die beiden Schäden, die ein gebrauchtes Gerät wertlos machen — alles andere, von der Zündkerze bis zum Seilzug, ist billige Wartung. Erst danach lohnt der Startversuch.
Von unten schaut kaum jemand hin
Zieh den Zündkerzenstecker ab und kipp den Mäher so, dass der Vergaser oben bleibt, sonst läuft Öl in den Luftfilter. Jetzt siehst du, was zählt. Ein Gehäuse aus Stahlblech rostet vom Grasrest her durch; klopf mit dem Fingerknöchel gegen den Boden, dünne Stellen klingen anders und geben nach. Ein Aluminiumgehäuse hat dieses Problem nicht, dafür reißt es bei einem harten Schlag. Fass danach das Messer an beiden Enden und wackle senkrecht zur Fläche. Spürbares Spiel bedeutet, dass die Kurbelwelle einen Schlag abbekommen hat, und die richtet niemand für kleines Geld. Ein Messer mit umgeschlagener Kante und eine tiefe Kerbe im Auswurfschacht erzählen dieselbe Geschichte: Der Mäher ist einmal in einen Stein oder einen Kanaldeckel gefahren.
Benzin oder Akku, und was der Unterschied gebraucht bedeutet
Beim Benziner ist der Motor selten das Problem. Viel häufiger sitzt nach zwei Wintern mit Restsprit im Tank der Vergaser zu, und die Maschine springt nicht an. Das ist eine Reinigung, kein Defekt — nur solltest du es vom Preis abziehen, nicht der Verkäufer von dir. Zieh außerdem den Ölmessstab: Milchiges Öl heißt Wasser im Kurbelgehäuse, dünnes nach Benzin riechendes Öl heißt undichter Vergaser. Beim Akkumäher ist es umgekehrt. Das Gerät hält lange, der Akku entscheidet über den Wert. Lass ihn im Termin eine Fläche mähen und sieh auf die Ladeanzeige; ein Akku, der nach zehn Minuten zwei Balken verliert, ist am Ende seines Lebens. Frag nach Kaufjahr und Ladezyklen und danach, ob das Akkusystem des Herstellers noch verkauft wird.
Wenn dein alter Mäher noch läuft und nur der Platz fehlt, ist er im Spätsommer schneller weg als im Frühjahr — hier kannst du ihn ohne Gebühr einstellen. Anzeige aufgeben
Wann du mähen darfst und warum das den Preis beeinflusst
Die 32. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz regelt, wann Rasenmäher in Wohngebieten laufen dürfen: an Sonn- und Feiertagen gar nicht, werktags nicht zwischen 20 und 7 Uhr. Kommunen dürfen zusätzlich strengere Ruhezeiten festlegen. Das klingt nach Nebensache, hat aber einen praktischen Effekt auf den Gebrauchtmarkt. Wer nur abends nach der Arbeit Zeit hat, kauft eher einen leisen Akkumäher, und genau deshalb halten Akkugeräte ihren Preis besser als vergleichbare Benziner. Umgekehrt bekommst du große Benzinmäher mit Antrieb im Spätsommer erstaunlich günstig — die Saison ist gelaufen, der Verkäufer will Platz in der Garage. Kauf antizyklisch: September und Oktober sind die billigsten Monate, März und April die teuersten. Die genannten Zeiten geben die übliche Rechtslage wieder und ersetzen keine Rechtsberatung.
Der Termin: mähen, nicht nur starten
Ein Mäher, der im Leerlauf auf dem Hof läuft, sagt wenig. Bitte darum, ein Stück Rasen zu mähen, am besten etwas höheres Gras. Achte auf drei Dinge. Erstens: Bricht die Drehzahl im Gras deutlich ein und fängt sich nicht wieder, fehlt Leistung. Zweitens: Wirft er sauber in den Fangkorb oder bleibt das Gras unter dem Gehäuse liegen? Das liegt am stumpfen Messer oder am verkrusteten Boden, beides günstig zu beheben, aber es gehört in die Preisverhandlung. Drittens: Wie sieht die Schnittkante aus? Ausgefranste, weißliche Halmenden bedeuten stumpfes Messer. Prüf zum Schluss die Höhenverstellung an allen vier Rädern und den Bügel — gebrochene Kunststoffhebel sind der häufigste Grund, warum ein sonst guter Mäher weggegeben wird.
Häufige Fragen
Wie alt darf ein gebrauchter Rasenmäher sein?
Das Alter ist zweitrangig. Ein zwölf Jahre alter Mäher mit gutem Gehäuse und Markenmotor läuft länger als ein vier Jahre altes Baumarktgerät mit durchgerostetem Boden. Entscheidend ist, ob es Messer, Seilzug und Luftfilter noch zu kaufen gibt. Such vor dem Termin nach der Modellnummer und schau, ob Ersatzteile gelistet sind.
Der Mäher springt nicht an — soll ich trotzdem kaufen?
Nur mit deutlichem Abschlag und nur, wenn Kompression da ist. Zieh am Startseil: Kommt spürbarer Widerstand, ist der Motor wahrscheinlich in Ordnung und es liegt am Vergaser oder an der Zündkerze. Fühlt sich das Seil leicht an, lass es. Eine Vergaserreinigung ist Bastelarbeit von einer Stunde.
Lohnt ein Mulchmäher gebraucht?
Ja, wenn das Mulchmesser und der Verschlusskeil dabei sind. Ohne diese Teile ist der Mäher nur ein normaler Mäher, und die Nachrüstung kostet oft ein Drittel des Gebrauchtpreises. Frag also ausdrücklich nach dem Mulchkit und lass es dir auf dem Foto zeigen, bevor du hinfährst.
Was zahlt man für einen gebrauchten Benzinmäher?
Gängige Geräte ohne Radantrieb liegen meist im niedrigen zweistelligen bis mittleren zweistelligen Bereich, Modelle mit Antrieb und Markenmotor deutlich darüber. Orientier dich an drei laufenden Angeboten derselben Modellreihe in deiner Umgebung und daran, wie lange sie schon online stehen. Ein Preis, der seit Monaten unverändert dasteht, ist kein Marktpreis.