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Was Silberbesteck wert ist

Ob Silberbesteck Geld wert ist, entscheidet eine einzige Zahl auf der Rückseite des Griffs. 800 oder 925 heißt Massivsilber und damit Materialwert. 90 oder 100 heißt versilbert — eine dünne Silberauflage auf unedlem Metall, deren Materialwert gegen null geht. Alles Weitere folgt aus dieser Unterscheidung.

Die Punze lesen, bevor du irgendetwas anderes tust

Dreh Messer, Gabel und Löffel um und sieh dir die Rückseite des Griffs oder den Stielansatz an. Eine Zahl wie 800, 835 oder 925 gibt den Feingehalt in Tausendteilen an: 800 bedeutet 800 Teile Feinsilber auf 1000 Teile Legierung. Deutsches Silber trägt zusätzlich Halbmond und Krone sowie oft ein Herstellerzeichen. Stehen dagegen die Zahlen 90 oder 100 auf dem Besteck, ist es versilbert — die Zahl bezeichnet die Menge Feinsilber in Gramm, die bei der Galvanisierung auf ein Set von 24 Teilen aufgebracht wurde. Der Unterschied im Materialwert ist gewaltig: Ein Kasten Massivsilber wiegt schwer und hat einen rechenbaren Silberwert, ein versilberter Kasten hat praktisch keinen. Diese eine Prüfung dauert zwei Minuten und beantwortet die Frage nach dem Wert zu achtzig Prozent.

Feingewicht rechnen statt schätzen

Wenn die Punze Massivsilber ausweist, geht es weiter mit der Waage. Wieg das Besteck ohne Messer — Messerklingen sind meist aus Stahl, und die Griffe sind häufig hohl und mit Kitt oder Pech gefüllt, weshalb ihr Gewicht nichts über den Silberanteil aussagt. Multipliziere das Gewicht der massiven Teile mit dem Feingehalt: 1000 Gramm 800er Silber enthalten 800 Gramm Feinsilber. Diesen Wert multiplizierst du mit dem aktuellen Silberpreis und ziehst die Marge ab, die ein Ankäufer nimmt. Das Ergebnis ist der Bodenpreis, unter den du nicht gehen musst. Nenne in der Anzeige das Gesamtgewicht, die Zahl der Teile und die Punze. Genau nach diesen drei Angaben suchen Käufer, und ohne sie bekommst du ausschließlich Nachrichten, die nach ihnen fragen.

Wenn die Punze gelesen und das Gewicht notiert ist, kannst du das Besteck mit Feingehalt, Teilezahl und Gramm im Text einstellen. Anzeige aufgeben

Wann das Muster mehr wert ist als das Metall

Es gibt Bestecke, bei denen der Sammlerwert über dem Materialwert liegt: Muster bekannter Hersteller, Entwürfe aus dem Jugendstil oder der Zeit des Bauhauses, komplette Kästen mit allen Vorlegeteilen in gutem Zustand. Ein vollständiger Kasten für zwölf Personen mit Vorlegebesteck ist mehr wert als dieselbe Menge Silber als Bruch, weil er als Ganzes gebraucht werden kann. Fotografiere in diesem Fall den geöffneten Kasten mit Einlage, dazu ein Einzelteil von vorn und hinten sowie die Punze im Nahbereich. Nenne, falls vorhanden, den Namen des Musters — er steht manchmal auf dem Kasten oder in beiliegenden Papieren. Umgekehrt gilt: Ein zusammengewürfelter Bestand aus vier verschiedenen Mustern verkauft sich als Silberbruch nach Gewicht, und das ist völlig in Ordnung.

Anlaufen, Polieren, Übergeben

Silber läuft an, das ist normal und kein Mangel. Anders als bei Münzen schadet vorsichtiges Polieren beim Gebrauchsbesteck nicht, im Gegenteil: Ein sauberer Kasten verkauft sich besser. Nimm ein weiches Silberputztuch, keine scheuernden Pasten und kein Silbertauchbad bei Teilen mit gefüllten Griffen, weil Flüssigkeit unter den Kitt kriecht und später wieder austritt. Trockne alles gründlich. Bei der Übergabe gilt für Edelmetall dasselbe wie für alles Wertvolle: Übergabe an einem belebten Ort oder zu Hause mit einer zweiten Person, Bargeld zählen oder Überweisung vor der Übergabe abwarten. Beim Versand nur versichert und mit Sendungsverfolgung. Als Privatverkäufer kannst du die Gewährleistung ausschließen, für falsche Angaben zum Feingehalt gilt das nicht — hier gibt diese Seite die übliche Rechtslage wieder und keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob mein Besteck echtes Silber ist?

An der Punze auf der Rückseite des Griffs. 800, 835 oder 925 stehen für Massivsilber, oft zusammen mit Halbmond und Krone. 90, 100 oder Zusätze wie „versilbert“ weisen auf eine Silberauflage hin. Ist gar keine Punze zu finden, handelt es sich meist um Edelstahl oder um versilberte Ware, deren Zeichen abgerieben ist.

Warum wiegt man Messer nicht mit?

Weil Messerklingen aus Stahl bestehen und die Griffe häufig hohl und mit Masse gefüllt sind. Ihr Gewicht sagt deshalb nichts über den Silberanteil. Für die Berechnung des Feingewichts zählen die massiven Teile — Löffel, Gabeln, Vorlegeteile. Nenne Messer in der Anzeige trotzdem, sie gehören zum Kasten dazu.

Soll ich das Besteck vor dem Verkauf polieren?

Bei Gebrauchsbesteck ja, mit einem weichen Silberputztuch. Verzichte auf scheuernde Mittel und auf Tauchbäder bei gefüllten Griffen. Bei antiken Stücken mit gewollter Patina in den Vertiefungen bist du zurückhaltender — dort kann kräftiges Polieren den Charakter und damit den Sammlerwert nehmen.

Was bringt ein Kasten versilbertes Besteck?

Wenig, weil der Materialwert kaum ins Gewicht fällt. Verkäuflich ist er trotzdem als Gebrauchsbesteck, besonders wenn er vollständig ist und ein ansprechendes Muster hat. Setz den Preis niedrig an, fotografiere den geöffneten Kasten und schreib klar hin, dass es sich um versilberte Ware handelt.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion. Rechtliche Angaben beschreiben die übliche Rechtslage und ersetzen keine Rechtsberatung.