Was Keyboards und Synthesizer wert sind
Keyboards und Synthesizer teilen sich in zwei Märkte. Einsteigerkeyboards mit Lautsprechern und Begleitautomatik verlieren schnell und bringen gebraucht selten mehr als ein Viertel des Neupreises. Synthesizer mit eigenem Klangcharakter halten ihren Preis oder steigen sogar — entscheidend ist, ob das Gerät heute noch etwas kann, das neuere nicht können.
Übungskeyboard oder Instrument — der Markt trennt hart
Ein Keyboard mit 61 Leichtgewichtstasten, eingebauten Lautsprechern und mehreren hundert Begleitrhythmen ist ein Einsteigergerät. Davon gibt es jedes Jahr eine neue Generation, und der Gebrauchtpreis folgt dem Neupreis nach unten. Ein Digitalpiano mit Hammermechanik und 88 Tasten liegt darüber, weil Käufer es als Klavierersatz suchen und die Tastatur der teuerste Teil ist. Ganz anders läuft der Markt bei Synthesizern mit eigenem Charakter: analoge Geräte aus den achtziger Jahren, digitale Klassiker mit unverwechselbaren Werksklängen, Groovemaschinen mit eigener Bedienlogik. Die werden nicht ersetzt, sondern gesucht. Bevor du einen Preis festlegst, klär also zuerst, in welchem der drei Töpfe dein Gerät liegt. Das ändert die Größenordnung stärker als jeder Kratzer im Gehäuse und stärker als das Alter.
Die Bauteile, die den Wert kosten
Vier Dinge machen bei Tasteninstrumenten Ärger. Erstens die Gummikontakte unter den Tasten: Wenn einzelne Töne nur bei festem Anschlag kommen, sind sie verschmutzt oder ausgehärtet. Zweitens Fader und Regler, die beim Bewegen knacken oder Werte springen lassen. Drittens das Display — bei Geräten mit Vakuumfluoreszenzanzeige verblassen einzelne Segmente, bei alten LCDs läuft die Flüssigkeit aus, und Ersatz ist selten. Viertens die Stützbatterie: In vielen Synthesizern der achtziger und neunziger Jahre sichert eine Knopfzelle den Speicher, und wenn sie leer ist, sind die eigenen Klänge weg. Prüf alle vier Punkte vor dem Fotografieren und schreib das Ergebnis hinein. „Alle 61 Tasten getestet, Stützbatterie 2024 erneuert“ ist die Zeile, die den Preis hält.
Notier Modellnummer, Tastenzahl und getestete Funktionen und stell dein Instrument damit ein — nach der Modellnummer suchen Käufer zuerst. Anzeige aufgeben
Netzteil, Ständer, Pedal: Zubehör hebt den Preis mehr als Politur
Bei älteren Geräten fehlt fast immer das Netzteil, und genau daran scheitern Verkäufe. Viele Hersteller nutzten eigene Spannungen und die umgekehrte Polarität am Hohlstecker; ein falsches Universalnetzteil zerstört das Gerät. Ist das Original dabei, schreib Modellnummer und Spannung dazu. Dasselbe gilt für Sustainpedal, Ständer, Notenpult, Speicherkarten, Originalkarton und Handbuch. Bei Synthesizern zählen außerdem Werksklänge, Zusatzkarten und Erweiterungsplatinen mit. Der Anschluss selbst ist selten ein Problem: Der MIDI-Standard von 1983 ist bis heute abwärtskompatibel, deshalb lässt sich auch ein Gerät von 1986 noch in ein aktuelles Setup einbinden — mit einem einfachen Adapter sogar über USB. Genau das ist der Grund, warum alte Instrumente überhaupt einen Markt behalten haben. Leg die Kabel für das Foto mit auf den Tisch, dann ist die Frage nach der Vollständigkeit beantwortet, bevor sie jemand stellt.
Anspielen lassen, sauber übergeben
Lade Interessenten zum Anspielen ein und schalte das Gerät vorher ein, damit es warm ist. Leg Kopfhörer bereit, wenn keine Lautsprecher verbaut sind, und ein Kabel für den Klinkenausgang. Setz eigene Klänge nur zurück, wenn der Käufer es will — bei Synthesizern sind selbst programmierte Speicherplätze manchmal ein Argument. Was du dagegen löschen solltest, sind Aufnahmen und persönliche Daten auf verbauten Speichermedien. Wenn ein Gerät technisch am Ende ist, gehört es nicht in eine Anzeige mit Wunschpreis, sondern zum Wertstoffhof oder als klar bezeichnetes Bastlergerät in den Verkauf. Für Elektroaltgeräte gibt es Rücknahmepflichten im Handel, die von der Gerätegröße abhängen. Als Bastlergerät verkauft, ohne den Defekt zu nennen, wird daraus dagegen schnell ein Streitfall.
Häufige Fragen
Was ist mein altes Keyboard noch wert?
Bei Einsteigermodellen mit Begleitautomatik meist ein kleiner Teil des Neupreises, oft im zweistelligen Bereich. Digitalpianos mit Hammermechanik liegen deutlich darüber, Synthesizer mit gesuchtem Klang noch einmal darüber. Such gezielt nach deiner Modellnummer statt nach der Marke — die Spanne innerhalb einer Marke ist riesig.
Lohnt es sich, ein defektes Keyboard zu verkaufen?
Bei Einsteigergeräten selten, bei gesuchten Synthesizern fast immer. Für solche Modelle gibt es Bastler, die Tastenkontakte und Netzteile reparieren und dafür zahlen. Wichtig ist, den Defekt genau zu benennen: welche Tasten, welche Funktion, seit wann. „Defekt, ungeprüft“ senkt den Preis stärker als eine klare Fehlerbeschreibung.
Wie verpacke ich ein Keyboard für den Versand?
Am besten im Originalkarton mit den Originalpolstern. Fehlt der, brauchst du einen Karton mit mindestens fünf Zentimetern Polsterung an allen Seiten, besonders an den Ecken der Tastatur. Regler und Fader vorher mit Schaumstoff abdecken. Ab 88 Tasten wird es sperrig — dort ist Abholung meist der sinnvollere Weg.
Muss ich das Netzteil mitgeben?
Wenn es zum Gerät gehört, ja — sonst kann der Käufer es nicht einschalten. Bei älteren Modellen ist das Originalnetzteil oft schwer zu ersetzen, weil Spannung und Polarität vom Standard abweichen. Steht kein Original zur Verfügung, gehört das ausdrücklich in die Anzeige, samt geforderter Spannung und Stromstärke.