Was ein gebrauchtes iPhone noch wert ist
Ein gebrauchtes iPhone verliert im ersten Jahr am meisten und danach erstaunlich langsam — den Preis bestimmen Modellgeneration, Speichergröße und Akkuzustand, in dieser Reihenfolge. Prüf vorher, ob die Aktivierungssperre gelöst ist: Ein Gerät, das noch an einer fremden Apple-ID hängt, ist für Käufer wertlos, egal wie gut es aussieht.
Generation, Speicher, Akku — in dieser Reihenfolge
Der größte Sprung liegt zwischen zwei Modellgenerationen, nicht zwischen zwei Zustandsstufen. Ein makelloses Gerät der vorletzten Reihe bringt weniger als ein zerkratztes der aktuellen. Danach kommt der Speicher, denn bei Apple lässt er sich nicht nachrüsten: Zwischen der kleinsten und der mittleren Ausbaustufe liegt ein spürbarer Abstand, zwischen mittlerer und größter oft kaum noch etwas. Erst an dritter Stelle steht der Akku — und trotzdem ist er die Angabe, nach der am häufigsten gefragt wird. Öffne Einstellungen, Batterie, Batteriezustand und schreib die maximale Kapazität als Zahl in die Anzeige. Wer stattdessen „Akku noch gut“ tippt, kassiert drei Nachfragen und verliert unterwegs die Hälfte der Interessenten. Die genaue Modellbezeichnung steht unter Einstellungen, Allgemein, Info. Nimm sie von dort und nicht aus der Erinnerung: Zwischen einem Pro und einem Pro Max liegt mehr Geld als zwischen zwei Zustandsbeschreibungen.
Ohne gelöste Aktivierungssperre verkaufst du einen Briefbeschwerer
Solange „Wo ist?“ aktiv ist, bleibt das Gerät an deine Apple-ID gebunden. Der Käufer kann es einrichten, so oft er mag — es fragt nach deinem Passwort. Die Reihenfolge ist deshalb fest: erst aus der Apple-ID abmelden, dann auf Werkseinstellungen zurücksetzen, dann übergeben. Wer zuerst zurücksetzt und dabei online ist, hat manchmal genau das Problem, das er vermeiden wollte. Ein iPhone aus einem Nachlass, dessen Apple-ID niemand kennt, lässt sich nicht ohne Weiteres freischalten; ein Kaufbeleg allein genügt Apple dafür nicht. So ein Gerät verkaufst du ausdrücklich als Ersatzteilspender, und das gehört in den Titel, nicht in Zeile zwölf. Fotografiere den frisch eingerichteten Startbildschirm mit dem Hallo-Bildschirm — dieses eine Foto beantwortet die Frage, die sonst jeder zweite Interessent stellt.
Wenn du maximale Kapazität und Modellbezeichnung schon abgelesen hast, sind das genau die zwei Angaben, mit denen deine Anzeige in wenigen Minuten fertig ist. Anzeige aufgeben
Ein Displaytausch kostet nur dann Geld, wenn du ihn verschweigst
Ein getauschtes Display senkt den Preis. Ein verschwiegenes getauschtes Display kostet den ganzen Verkauf. Neuere iOS-Versionen führen unter Einstellungen, Allgemein, Info eine Teile- und Servicehistorie: Dort steht, wenn Display, Akku oder Kamera nicht mehr die ab Werk verbauten sind. Der Käufer sieht das in einer Minute, auch drei Tage nach der Übergabe. Schreib also hin, was getauscht wurde, wo und wann. „Display im März in einer freien Werkstatt getauscht, Face ID funktioniert“ ist eine Angabe, mit der jemand rechnen kann. Reparaturen bei Apple oder einem autorisierten Betrieb ziehen weniger Abschlag als eine Werkstatt ohne Beleg — leg den Beleg also dazu, wenn du ihn hast. Und falls Face ID nach der Reparatur nicht mehr arbeitet, steht das in den ersten zwei Sätzen der Anzeige.
Ankauf in zwei Minuten oder privat für mehr
Ankaufportale nennen dir einen festen Betrag, ziehen den Versand ab und behalten sich eine Nachbewertung vor: Stuft der Prüfer das Gerät eine Stufe schlechter ein, sinkt das Angebot, und du entscheidest zwischen Annahme und Rückversand. Dafür bekommst du Geld ohne Verhandlung. Privat liegt der erzielbare Preis höher, weil kein Zwischenhändler mitverdient, dafür beantwortest du Fragen und machst Fotos. Ein brauchbarer Mittelweg: Hol dir ein Ankaufsangebot als Untergrenze und stell die Anzeige darüber ein. Verkauft sie sich in zwei Wochen nicht, hast du den Ankauf immer noch. Für die Preisrecherche zählen abgeschlossene Verkäufe, nicht die Wunschpreise laufender Anzeigen — was seit sechs Wochen online steht, ist kein Marktpreis, sondern ein Gegenbeispiel.
Häufige Fragen
Wie viel ist mein altes iPhone noch wert?
So viel, wie vergleichbare Geräte derselben Generation zuletzt tatsächlich gekostet haben. Such nach Modell plus Speichergröße, sieh dir abgeschlossene Verkäufe an und zieh für einen Akku unter 85 Prozent, Displaykratzer oder fehlendes Zubehör jeweils etwas ab. Ein Ankaufsangebot einzuholen dauert fünf Minuten und liefert dir die belastbare Untergrenze.
Muss ich den Akkuzustand angeben?
Angeben musst du ihn nicht, verschweigen solltest du ihn nicht. Der Wert steht in den Einstellungen, jeder Käufer liest ihn nach dem Kauf nach, und eine Abweichung von deiner Beschreibung ist der häufigste Grund für Streit nach der Übergabe. Ein Satz mit der Prozentzahl erspart dir die halbe Kommunikation.
Kann ich ein iPhone mit iCloud-Sperre verkaufen?
Nur als Ersatzteilspender und nur, wenn das deutlich dabeisteht. Ein gesperrtes Gerät lässt sich nicht einrichten, nicht zurücksetzen und nicht weiterverwenden. Wer es als voll funktionsfähig anbietet, beschreibt die Sache falsch und muss mit Rückabwicklung rechnen. Im Titel gehört das Wort Ersatzteilspender nach vorn.
Bringt der Originalkarton mehr Geld?
Ein bisschen, vor allem beim Versand. Der Karton hilft weniger als Sammlerobjekt, sondern weil er die passende Verpackung liefert und weil die aufgedruckte IMEI zum Gerät passt. Wichtiger als der Karton sind ein funktionierendes Ladekabel und der Nachweis, dass die Aktivierungssperre gelöst ist.