Zum Inhalt springen
Anzeige aufgeben

Preisvergleich richtig machen in drei Schritten

Vergleiche in drei Schritten: erst dasselbe Modell, dann derselbe Zustand, dann derselbe Weg — Abholung oder Versand. Nimm anschließend den Median der Treffer, nicht den Durchschnitt. Ein einzelner Traumpreis zieht den Durchschnitt weit nach oben, den Median lässt er unberührt.

Schritt eins: dasselbe Modell, nicht dieselbe Kategorie

Die meisten Fehleinschätzungen entstehen hier. „Ein Rennrad kostet gebraucht so 300“ ist keine Aussage, weil zwischen zwei Rennrädern der Faktor zehn liegen kann. Suche deshalb nach der genauen Bezeichnung: Marke, Modell, Modelljahr, Größe, Ausstattungsvariante. Bei einem Fahrrad sind Rahmenhöhe und Schaltgruppe preisbestimmend, bei einem Smartphone der Speicher und ob es die Pro-Variante ist, bei Waschmaschinen die Füllmenge und die Energieklasse, bei Autoteilen die Teilenummer auf dem Gehäuse. Wenn du nur fünf Treffer findest, ist das kein Problem, sondern das Ziel — eine kleine, saubere Vergleichsgruppe schlägt hundert grobe Treffer. Wo die Bezeichnung fehlt, hilft ein Blick aufs Typenschild, in die Bedienungsanleitung oder in die Originalrechnung, die viele Verkäufer noch haben.

Schritt zwei: Zustände vergleichbar machen

Zwei gleiche Geräte sind selten gleich viel wert. Rechne Unterschiede in Euro um, nicht in Prozent, dann bleibt die Vergleichsgruppe stabil. Originalverpackung und Rechnung sind bei Elektronik oft 10 bis 20 Euro wert, weil sie den Weiterverkauf erleichtern. Restgarantie ist mehr wert, oft ein Fünftel des Preises, solange sie übertragbar ist. Zubehör zählt zum Wiederbeschaffungspreis: Ein zweiter Akku, der neu 60 Euro kostet, macht gebraucht ungefähr 25 aus. Nach unten wirken sichtbare Gebrauchsspuren, fehlende Teile, abgelaufene Prüfplaketten und alles, was nach Reparatur riecht. Schreib die Zu- und Abschläge kurz auf, statt sie im Kopf zu behalten — dann siehst du am Ende, warum dein Preis genau dort liegt, und kannst ihn dem Gegenüber in einem Satz erklären.

Sobald du deinen Vergleichswert kennst, ist der Rest schnell erledigt — du trägst ihn direkt in deine Anzeige ein. Anzeige aufgeben

Schritt drei: Median statt Durchschnitt

Nimm ein Beispiel mit fünf Preisen: 120, 130, 140, 150 und 600 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 228 Euro, der Median bei 140. Der Durchschnitt ist hier unbrauchbar, weil ein einziger Ausreißer ihn um 88 Euro nach oben zieht; der Median steht dagegen fest, solange die Mehrheit der Werte stabil bleibt. Sortiere also deine Treffer der Größe nach und nimm den mittleren. Genauso wichtig ist die Auswahl der Werte: Laufende Anzeigen sind Wunschpreise, und die höchsten davon stehen oft seit Monaten unverkauft online. Abgeschlossene Verkäufe sind Marktpreise. Wenn du keine abgeschlossenen Verkäufe siehst, nimm die Anzeigen, die innerhalb weniger Tage verschwunden sind — die waren offenbar richtig angesetzt. Und streiche Angebote von Händlern heraus, denn dort sind Gewährleistung und Rückgaberecht mit bezahlt.

Was du zusätzlich prüfst: den Neupreis von heute

Der Neupreis von damals ist für Käufer bedeutungslos, der Neupreis von heute ist die Obergrenze. Prüfe deshalb immer, was das Gerät oder das Nachfolgemodell aktuell neu kostet. Zwei Effekte kommen daher: Ein Preissturz beim Neugerät zieht den Gebrauchtmarkt sofort mit nach unten, und die Ankündigung eines Nachfolgemodells senkt den Wert oft schon Wochen vor dem Erscheinen. Ein gebrauchtes Gerät, das mehr als 70 Prozent des heutigen Neupreises kosten soll, verkauft sich praktisch nicht, weil der Käufer für den Rest Garantie, Rückgaberecht und Originalzustand bekäme. Prüfe außerdem, ob gerade Saison ist. Dieselbe Ski-Ausrüstung liegt im Oktober und im April um ein Drittel auseinander, und dieser Unterschied hat mit dem Zustand nichts zu tun.

Häufige Fragen

Wo finde ich echte Verkaufspreise statt Wunschpreise?

In verschwundenen Anzeigen. Beobachte eine Woche lang die Treffer zu deinem Modell und notiere, welche Preise schnell offline gehen — das sind Preise, die der Markt akzeptiert hat. Anzeigen, die seit Monaten stehen, zeigen nur, was jemand gern hätte, und taugen als Vergleich nichts.

Wie viele Vergleichsanzeigen brauche ich?

Fünf bis zehn saubere Treffer reichen völlig, wenn sie wirklich dasselbe Modell in ähnlichem Zustand betreffen. Mehr Treffer mit gröberer Auswahl machen das Ergebnis schlechter, nicht besser. Fehlen Treffer, erweitere den Umkreis, bevor du das Modellkriterium lockerst. Notiere dir jeden Treffer kurz mit Preis und Zustand, sonst verrutscht der Eindruck nach dem fünften Tab.

Zählt der Preis von Händlern mit?

Als Obergrenze ja, als Vergleichswert nein. Beim Händler bezahlst du Gewährleistung, Rückgaberecht und geprüfte Ware mit; privat gibt es das alles nicht. Üblich ist ein Abstand von rund 20 bis 40 Prozent unter dem Händlerpreis für vergleichbare Gebrauchtware, je nach Kategorie und Restnutzungsdauer.

Muss ich Versandkosten einrechnen?

Ja, und zwar auf beiden Seiten. Ein Angebot für 60 Euro plus 7 Euro Versand ist teurer als eines für 65 Euro bei Abholung um die Ecke. Vergleiche deshalb immer Endbeträge inklusive Versand oder Fahrt, sonst vergleichst du zwei verschiedene Geschäfte miteinander.

Der Median ist dein Startpreis — den Rest macht die Beschreibung

Anzeige mit Vergleichspreis

Nur E-Mail nötig · Kein Abo · Keine Zahlungsdaten

Weiterführend

Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.