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Ski gebraucht kaufen

Klär vor dem Kauf, ob eine Werkstatt die Bindung noch einstellen darf. Hersteller führen ältere Modelle irgendwann nicht mehr in ihren Serviceunterlagen, und dann nimmt kein Sportgeschäft die Einstellung vor. Ski ohne einstellbare Bindung sind Deko. Belag und Kanten dagegen lassen sich fast immer aufarbeiten.

Die Bindung entscheidet, nicht der Ski

Der Z-Wert einer Skibindung, also die Kraft, bei der sie auslöst, wird nach der Norm ISO 11088 aus Körpergewicht, Größe, Alter, Sohlenlänge des Schuhs und Fahrertyp bestimmt. Das ist kein Erfahrungswert, sondern eine Tabelle, und die Werkstatt prüft die eingestellte Auslösung anschließend auf einem Prüfgerät. Genau hier scheitern viele Gebrauchtkäufe. Hersteller nehmen ältere Bindungsmodelle nach einigen Jahren aus den Serviceunterlagen; steht ein Modell dort nicht mehr, lehnt jede seriöse Werkstatt die Einstellung ab, weil sie die Verantwortung nicht übernehmen kann. Frag deshalb vor dem Termin nach Hersteller und Modellbezeichnung der Bindung — sie steht auf der Ferse — und ruf in deinem Sportgeschäft an. Diese eine Frage kostet fünf Minuten und rettet dich vor einem Paar Ski, das du nicht fahren darfst.

Länge, Radius, Einsatzbereich: was zu dir passt

Die Faustregel Körpergröße minus zehn bis fünfzehn Zentimeter gilt für Allmountain-Ski und Erwachsene mit solider Technik. Kürzer heißt drehfreudiger und ruhiger im Steilen, länger heißt laufruhiger bei Tempo. Wichtiger als die Länge ist aber der Radius. Ein Slalomski mit engem Radius will kurze Schwünge und wird bei Tempo unruhig, ein Riesenslalom-Ski verlangt Druck und Platz. Auf dem Ski steht meist beides aufgedruckt: die Länge und der Radius in Metern. Prüf zusätzlich die Mittelbreite unter der Bindung. Schmal ist auf harter Piste sicherer, breit trägt im Tiefschnee. Und für Kinder gilt eine eigene Rechnung: eher kürzer, weil die Kraft fehlt. Kinderski wachsen im Gebrauchtmarkt jährlich mit — das ist der Bereich, in dem sich der Gebrauchtkauf am deutlichsten lohnt.

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Belag, Kanten, Delaminierung

Fahr mit dem Fingernagel quer über die Stahlkante. Fühlst du kleine Grate, war der Ski auf Steinen; das lässt sich schleifen. Kritisch ist erst, wenn die Kante an einer Stelle fehlt oder sich vom Ski löst — dann greift der Ski dort nicht mehr und die Reparatur lohnt nicht. Schau danach schräg über den Belag gegen das Licht. Weiße, ausgetrocknete Stellen bedeuten nur, dass lange nicht gewachst wurde. Tiefe Kratzer bis auf den Kern sind ein Fall für die Werkstatt, aber machbar. Der echte Ausschlussgrund heißt Delaminierung: Wenn sich Oberfläche und Kern an der Kante voneinander lösen, sichtbar als feiner Spalt oder als Blase, ist der Ski am Ende. Drück an mehreren Stellen mit dem Daumennagel an die Flanke und sieh, ob sich etwas bewegt. Ein Steinschliff plus Kantenschliff kostet einen kleinen zweistelligen Betrag und macht aus einem müden Ski wieder einen guten.

Schuhe kauft man nicht nach Schuhgröße

Skischuhe gebraucht zu kaufen ist der riskanteste Teil, und trotzdem der wichtigste. Maßgeblich ist nicht die Schuhgröße, sondern die Mondopoint-Angabe in Zentimetern und die Leistenbreite in Millimetern. Beides steht meist auf der Schale. Ein Schuh mit passendem Mondopoint, aber zu schmalem Leisten drückt nach zwanzig Minuten so, dass du den Tag abbrichst. Prüf außerdem den Innenschuh: Ist der Schaum ausgesessen, sitzt die Ferse nicht mehr, und dann hilft auch das festeste Schnallen nichts. Ein wichtiger Punkt ist das Alter der Schale. Kunststoff wird über die Jahre spröde, und alte Schuhe können bei Kälte reißen. Fahrbar sind sie meist trotzdem — aber die Sohlennorm muss zur Bindung passen, sonst löst sie nicht wie berechnet aus. Lass die Kombination aus Schuh und Bindung deshalb immer gemeinsam einstellen.

Häufige Fragen

Kann ich die Skibindung selbst einstellen?

Technisch drehst du die Schrauben, aber du kannst die tatsächliche Auslösekraft ohne Prüfgerät nicht messen. Eine zu fest eingestellte Bindung ist der Klassiker hinter Knieverletzungen. Lass die Einstellung in einer Werkstatt machen und nimm deine Schuhe mit — ohne den passenden Schuh lässt sich nichts einstellen.

Wie alt dürfen gebrauchte Ski sein?

Der Ski selbst hält lange, wenn er trocken gelagert wurde. Die Grenze setzt die Bindung: Steht das Modell nicht mehr in den Serviceunterlagen des Herstellers, stellt es keine Werkstatt mehr ein. Frag vor dem Kauf beim Sportgeschäft nach der genauen Bindungsbezeichnung, dann weißt du es sicher.

Was kosten gebrauchte Ski mit Bindung?

Ein bis zwei Saisons alte Modelle liegen oft bei einem Drittel des Neupreises, ältere deutlich darunter. Rechne Steinschliff, Kantenschliff und die Einstellung der Bindung hinzu — zusammen ein kleiner zweistelliger bis mittlerer zweistelliger Betrag, den du beim Verhandeln nennen kannst.

Lohnen sich gebrauchte Kinderski?

Ja, mehr als alles andere. Kinder wachsen jede Saison aus ihrer Länge heraus, die Ski sind entsprechend wenig gefahren, und im Frühjahr geben viele Familien komplette Sets ab. Achte nur darauf, dass die Bindung für das Gewicht des Kindes einen ausreichend niedrigen Wert zulässt.

Ausrüstung weitergeben, bevor sie eine weitere Saison im Keller steht

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.