LEGO verkaufen: einzeln, Set oder Kilo
Verkauf komplette Sets als Set, Minifiguren einzeln und den Rest als Kiloware. Diese Aufteilung bringt fast immer mehr als eine große Kiste zum Pauschalpreis — und kostet dich einen Abend Sortieren. Der Aufwand lohnt sich ab etwa zehn Kilogramm gemischter Steine.
Erst trennen, dann Preise machen
Kipp alles auf ein großes Tuch und bilde vier Haufen. Erstens: alles, was noch als Set erkennbar ist oder wozu du die Anleitung hast. Zweitens: Minifiguren samt Zubehör. Drittens: Sondersteine, also große Platten, Technic-Teile, Räder, Türen, Fenster, durchsichtige Steine. Viertens: der normale Steinehaufen. Diese vier Haufen haben völlig unterschiedliche Preise pro Kilogramm, und wer sie zusammen anbietet, bekommt für alles den Preis des vierten. Der Abend, den du mit Sortieren verbringst, ist die bestbezahlte Stunde am ganzen Verkauf. Wenn Anleitungen dabei sind, leg sie zum passenden Haufen — sie heben den Preis und beweisen, dass das Set einmal existiert hat. Kartons hebst du auf, wenn sie nicht gequetscht sind; bei ausgelaufenen Sets zählt der Karton mit.
Wann Kilo und wann Set die richtige Einheit ist
Kiloware ist die schnelle Lösung: ein Foto vom Haufen auf der Waage, Gewicht in den Titel, fertig. Sie funktioniert, weil Bastler und Kindergärten genau danach suchen. Sets bringen mehr, kosten aber Arbeit — du musst sie aufbauen oder zumindest nachzählen, sonst wirst du beim Preis nicht ernst genommen. Die Faustregel: Ab einem erwarteten Setpreis, für den du dich eine halbe Stunde hinsetzen würdest, lohnt der Aufwand. Minifiguren verkaufst du fast immer einzeln oder in kleinen Gruppen, weil sie leicht zu versenden sind und einen eigenen Sammlermarkt haben. Und Duplo trennst du konsequent ab: Es passt technisch auf Standardsteine, aber der Käufer, der Duplo sucht, ist ein anderer als der, der System-Steine sucht.
Sobald die vier Haufen stehen, kannst du für jeden davon eine eigene Anzeige aufgeben, statt alles unter Wert wegzugeben. Anzeige aufgeben
Reinigen, wiegen, fotografieren — in dieser Reihenfolge
Wasch die Steine, bevor du sie fotografierst. Handwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel, ein Wäschenetz, danach flach ausgebreitet trocknen lassen — mindestens einen Tag, sonst schimmelt das Restwasser in den Röhren. Nicht in die Spülmaschine und nicht in die Sonne, beides verzieht und bleicht. Danach wiegst du: Behälter auf die Waage, tarieren, Steine hinein. Nenne das Nettogewicht ohne Kiste, sonst gibt es an der Tür Diskussionen. Für das Foto breitest du die Steine flach aus, statt sie zu türmen — man muss Farben und Teiletypen erkennen können. Ein Bild vom Berg im Karton sagt nichts und wirkt, als hättest du etwas zu verbergen. Zeig zusätzlich ein Nahfoto einer Handvoll Steine, damit Zustand und Sauberkeit sichtbar sind.
Steuer: wann eine Sammlung überhaupt relevant wird
Der Verkauf der eigenen alten Steine aus dem Kinderzimmer ist steuerlich in aller Regel kein Thema. Relevant wird es erst, wenn du gekaufte Sets mit Gewinn wieder abgibst: Private Veräußerungsgeschäfte mit anderen Wirtschaftsgütern sind nach § 23 EStG steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr liegt. Für diese Gewinne gilt eine Freigrenze, die ab dem Jahr 2024 bei 1.000 Euro im Kalenderjahr liegt — wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil. Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind von dieser Regel ausgenommen. Wer regelmäßig einkauft, um weiterzuverkaufen, bewegt sich außerdem in Richtung gewerblicher Handel, und dann gelten ganz andere Pflichten. Das beschreibt die allgemeine Lage; für deinen Fall fragst du besser im Steuerbüro nach.
Häufige Fragen
Was bekomme ich für ein Kilo LEGO?
Das hängt davon ab, was im Kilo steckt. Gemischte Standardsteine ohne Figuren liegen am unteren Ende der Spanne, Ware mit vielen Minifiguren, Technic-Teilen oder Sondersteinen deutlich darüber. Schau dir laufende Angebote mit ähnlichen Fotos an und vergleiche nicht Preise, sondern wie lange die Anzeigen schon stehen.
Soll ich die Steine vor dem Verkauf waschen?
Ja, das ist der Punkt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Handwarmes Wasser, wenig Spülmittel, gründlich trocknen. Keine Spülmaschine, kein heißes Wasser, keine Sonne. Saubere Steine auf dem Foto heben den Preis spürbar, weil Käufer bei LEGO fast immer für Kinder kaufen.
Lohnt es sich, einzelne Minifiguren zu verkaufen?
Meistens ja. Figuren haben einen eigenen Markt, sind leicht und passen in einen Maxibrief, sodass der Versand kaum etwas frisst. Fotografiere jede Figur einzeln von vorn und hinten und nenne, ob Zubehör und Kopfbedeckung dabei sind — genau danach fragen Sammler sonst nach.
Muss ich Anleitungen mitverkaufen?
Wenn du das Set als Set verkaufst, gehört die Anleitung dazu und hebt den Preis. Übrige Anleitungen ohne passende Steine kannst du separat anbieten, dafür gibt es Käufer. Verkauf sie flach verpackt zwischen zwei Pappen, sonst kommen sie geknickt an und der Käufer beschwert sich zu Recht.