Haushaltshilfe finden
Eine Haushaltshilfe findest du über eine Anzeige, die den Aufwand in Stunden nennt und die Aufgaben einzeln aufzählt. „Hilfe im Haushalt gesucht“ bringt Rückfragen, „vier Stunden pro Woche, zwei Bäder, Küche, Bügeln, keine Fenster“ bringt Zusagen. Und melde die Person an — das ist günstiger, als die meisten denken.
Schreib die Aufgaben auf, nicht das Gefühl
„Wir suchen jemanden, der uns im Haushalt unterstützt“ beschreibt deinen Wunsch, nicht die Arbeit. Wer sich bewirbt, weiß nicht, ob er drei Stunden oder zwölf einplanen soll. Mach daraus eine Liste: Wohnfläche in Quadratmetern, Zahl der Zimmer und Bäder, ob Haustiere im Haushalt leben, ob Kinder da sind, und welche Tätigkeiten dazugehören — saugen, wischen, Bad, Küche, Bettwäsche wechseln, Bügeln, Einkaufen. Genauso wichtig ist, was nicht dazugehört: Fenster, Keller, Garten, Kinderbetreuung. Nenn den zeitlichen Rahmen als feste Größe: „donnerstags vormittags, vier Stunden“ statt „nach Absprache“. Und schreib den Stundenlohn hin, den du zahlen willst, brutto und mit dem Hinweis, dass du anmeldest. Anzeigen mit klaren Zahlen bekommen weniger Antworten, aber von Leuten, die tatsächlich Zeit haben.
Der Haushaltsscheck ist schneller erledigt, als du denkst
Wer im Privathaushalt regelmäßig gegen Bezahlung arbeitet, ist beschäftigt, nicht selbstständig — und muss angemeldet werden. Dafür gibt es das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale, gedacht genau für diesen Fall. Du meldest die Person mit einem Formular an, die Abgaben werden zweimal im Jahr per Lastschrift eingezogen, und der Aufwand endet damit. Der Abgabesatz für Minijobs im Privathaushalt liegt deutlich unter dem gewerblicher Minijobs, und die gesetzliche Unfallversicherung ist dabei enthalten. Das ist der Punkt, den viele übersehen: Stürzt eine nicht angemeldete Haushaltshilfe bei dir von der Leiter, stehst du als Auftraggeber im Risiko. Nicht angemeldete Beschäftigung ist außerdem eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belegt werden kann. Das gibt die übliche Rechts- und Verwaltungspraxis wieder und ist keine Rechtsberatung.
Wenn du die Aufgabenliste und die feste Wochenzeit notiert hast, kannst du das Gesuch für eine Haushaltshilfe direkt einstellen. Anzeige aufgeben
Was du über die Steuer zurückbekommst
Ein Teil der Kosten kommt zurück, und zwar nicht als Abzug vom Einkommen, sondern direkt von der Steuerschuld. Nach § 35a EStG ziehst du 20 Prozent der Aufwendungen ab: bei einem Minijob im Privathaushalt höchstens 510 Euro im Jahr, bei einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder einer über ein Unternehmen bezogenen haushaltsnahen Dienstleistung höchstens 4.000 Euro. Rechne das gegen, bevor du dich über die Abgaben ärgerst — bei einem angemeldeten Minijob bleibt am Ende oft weniger übrig, als der Nettoaufwand vermuten lässt. Eine Bedingung gilt für Dienstleistungen über ein Unternehmen: Es muss eine Rechnung geben, und der Betrag muss überwiesen werden. Barzahlung erkennt das Finanzamt in diesem Fall nicht an. Heb Haushaltsscheck-Bescheinigungen und Kontoauszüge auf, dann ist der Nachweis eine Sache von Minuten.
Vertrauen, Schlüssel und die Frage nach dem Urlaub
Vereinbare zwei bezahlte Probetermine, bevor ihr euch auf etwas Dauerhaftes einigt. Beim ersten bist du dabei und zeigst, wo was steht, welche Mittel benutzt werden und was dir wichtig ist. Beim zweiten arbeitest du parallel im Homeoffice oder gehst raus — daran merkst du mehr als an jedem Gespräch. Wenn du einen Schlüssel übergibst, notiere Datum und Zahl der Schlüssel auf einem Zettel, den beide unterschreiben. Klär von Anfang an die Punkte, die später kommen: Eine angemeldete Haushaltshilfe hat Anspruch auf bezahlten Urlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, auch bei einem Minijob. Legt gemeinsam fest, wie Urlaub angekündigt wird und was bei Krankheit passiert. Und einigt euch darauf, wer Reinigungsmittel besorgt — das ist der häufigste kleine Streit in dieser Beschäftigung.
Häufige Fragen
Muss ich meine Putzhilfe wirklich anmelden?
Ja, sobald sie regelmäßig gegen Bezahlung bei dir arbeitet. Die Anmeldung läuft über das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale und ist mit einem Formular erledigt. Nicht angemeldete Beschäftigung ist eine Ordnungswidrigkeit, und ohne Anmeldung fehlt der Unfallversicherungsschutz — beides trifft im Ernstfall dich als Arbeitgeber.
Was kostet mich die Anmeldung zusätzlich?
Deutlich weniger als bei einem gewerblichen Minijob. Der pauschale Abgabesatz für Minijobs im Privathaushalt ist niedriger und enthält die gesetzliche Unfallversicherung. Rechne dagegen, dass du 20 Prozent der Kosten direkt von der Steuerschuld abziehen kannst — unterm Strich bleibt oft ein einstelliger Prozentsatz an Mehrkosten.
Hat eine Haushaltshilfe im Minijob Anspruch auf Urlaub?
Ja. Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Urlaubsanspruch richtet sich nach der Zahl der Arbeitstage pro Woche. Legt das gemeinsam schriftlich fest, damit im Sommer keine Diskussion darüber entsteht, ob die ausgefallenen Termine bezahlt werden.
Was schreibe ich in die Anzeige, damit sich die Richtigen melden?
Zahlen und Grenzen. Wohnfläche, Zimmer, Bäder, Haustiere, feste Wochenzeit, Stundenlohn und die Tätigkeiten einzeln. Dazu ein Satz darüber, was nicht dazugehört, etwa Fenster oder Kinderbetreuung. Ergänze den Hinweis, dass du über den Haushaltsscheck anmeldest — das ist für viele Bewerberinnen das ausschlaggebende Argument.