Anhänger gebraucht kaufen
Vor dem Anhänger prüfst du deinen Führerschein und die Anhängelast deines Autos, nicht den Anhänger. Mit der Klasse B ziehst du Anhänger bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse, schwerere nur, wenn Zugfahrzeug und Anhänger zusammen 3.500 Kilogramm nicht überschreiten. Danach entscheiden Rahmen, Bremse und Reifenalter.
Die Zahlen, die zusammenpassen müssen
Drei Angaben brauchst du, bevor du eine Anzeige öffnest. Erstens deine Fahrerlaubnisklasse: B zieht bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse des Anhängers, darüber nur innerhalb der Kombinationsgrenze von 3.500 Kilogramm. Die Schlüsselzahl 96 erweitert die Kombination auf 4.250 Kilogramm, die Klasse BE erlaubt Anhänger bis 3.500 Kilogramm. Zweitens die Anhängelast deines Autos: In der Zulassungsbescheinigung Teil I steht sie im Feld O.1 für gebremste und im Feld O.2 für ungebremste Anhänger. Drittens die Stützlast, die an der Anhängerkupplung erlaubt ist — sie steht am Kupplungsschild und im Fahrzeugschein und wird beim Beladen fast immer überschritten oder unterschritten. Trag diese drei Zahlen zusammen, bevor du fährst. Ein Anhänger, den du zwar bezahlen, aber nicht ziehen darfst, ist ein teurer Stellplatz.
Rahmen, Auflaufbremse und Lager
Anhänger stehen im Freien, meist unbenutzt, und genau davon leben ihre Mängel. Sieh von unten auf den Rahmen: Flugrost ist normal, blätternde Schichten und durchgerostete Querträger sind es nicht. Bei Kastenanhängern prüf den Boden — Siebdruckplatten quellen an den Kanten auf und lösen sich in Schichten. Bordwände: Verschlüsse, Scharniere, Verzug. Dann die Auflaufeinrichtung: Deichsel mit Kraft eindrücken, sie muss gedämpft zurückkommen und darf nicht haken. Handbremse anziehen, Anhänger anschieben, rückwärts rollen lassen und die Rückfahrautomatik prüfen. Heb jedes Rad einzeln an, wackel oben und unten am Reifen — Spiel heißt Radlager — und dreh es: Schleifgeräusche kommen von festsitzenden Bremsbacken. Zum Schluss die Elektrik: Anhänger an dein Auto stecken und Blinker, Bremslicht, Rücklicht, Nebelschlussleuchte und Rückfahrscheinwerfer durchgehen.
Wer einen Anhänger abgibt, sollte zulässige Gesamtmasse, Innenmaße und Reifenalter in die ersten Zeilen schreiben — danach fragt jeder Interessent zuerst. Anzeige aufgeben
Reifen und die Tempo-100-Zulassung
Anhängerreifen sterben am Alter, nicht am Profil. Ein Anhänger, der elf Monate im Jahr steht, hat nach sechs Jahren Reifen mit vollem Profil und harter, rissiger Flanke. Lies die vierstellige DOT-Nummer auf der Flanke und rechne nach. Für die Zulassung zu Tempo 100 gilt eine harte Grenze: Die Reifen dürfen nicht älter als sechs Jahre sein, und je nach Gewicht und Bauart sind hydraulische Schwingungsdämpfer und eine Stabilisierungseinrichtung gefordert. Dazu kommt ein Verhältnis zwischen dem Gewicht des Zugfahrzeugs und dem des Anhängers, das eingehalten sein muss. Wer die Bescheinigung übernimmt, aber alte Reifen fährt, hat die Zulassung faktisch nicht mehr. Frag deshalb nach der 100-km/h-Bescheinigung und nach dem Reifenalter in einem Satz — die Antwort sagt dir gleichzeitig, wie ernst der Verkäufer sein Fahrzeug nimmt.
Papiere, Versicherung und Kaufvertrag
Anhänger über 25 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit sind zulassungspflichtig und brauchen eigene Papiere, ein eigenes Kennzeichen und eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung. Lass dir die Zulassungsbescheinigung Teil II zeigen und vergleich die Fahrgestellnummer mit der Prägung am Rahmen oder dem Typenschild an der Deichsel. Die Hauptuntersuchung ist alle zwei Jahre fällig; die Plakette sitzt am Kennzeichen und der Bericht nennt die letzten Mängel. In den Kaufvertrag gehören Fahrgestellnummer, Typ, zulässige Gesamtmasse, Baujahr und der Hinweis auf mitgeliefertes Zubehör: Ersatzrad, Halterung, Spanngurte, Netz, Plane mit Gestänge, Adapter für die Steckdose. Sieh nach, ob die 13-polige oder die 7-polige Steckverbindung verbaut ist — der Adapter kostet wenig, aber er fehlt zuverlässig genau am Umzugstag.
Häufige Fragen
Welchen Anhänger darf ich mit Führerschein Klasse B ziehen?
Anhänger bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse ohne Weiteres. Schwerere gehen, solange Zugfahrzeug und Anhänger zusammen 3.500 Kilogramm nicht überschreiten. Mit der Schlüsselzahl 96 sind es 4.250 Kilogramm, mit der Klasse BE Anhänger bis 3.500 Kilogramm. Maßgeblich sind die Papiere, nicht das tatsächliche Ladegewicht.
Braucht ein Anhänger eine eigene Versicherung?
Ja, zulassungspflichtige Anhänger brauchen eine eigene Kfz-Haftpflicht und ein eigenes Kennzeichen. Die Versicherung des Zugfahrzeugs deckt den Anhänger nicht automatisch mit. Die Beiträge sind niedrig, aber ohne elektronische Versicherungsbestätigung bekommst du bei der Zulassungsstelle kein Kennzeichen. Denk beim Kauf daran, dass du sie vor der Abholung brauchst.
In welchem Abstand muss ein Anhänger zur Hauptuntersuchung?
Alle zwei Jahre. Lass dir den letzten Untersuchungsbericht zeigen und lies die notierten Mängel — bei Anhängern sind das fast immer Bremsen, Beleuchtung und Rost am Rahmen. Eine abgelaufene Plakette ist ein Verhandlungsgrund, aber auch ein Hinweis darauf, was dich erwartet.
Woran erkenne ich verschlissene Radlager?
Heb ein Rad an, fass es oben und unten und wackel: Spürbares Spiel heißt Lagerschaden. Dann dreh es frei — Schleifen und Rumpeln kommen von Lager oder festsitzenden Bremsbacken. Beides ist reparierbar und kein Ausschlussgrund, gehört aber vor dem Kauf in die Preisrechnung.