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Wertsachen im Hausrat erkennen

Wertvolles erkennst du an Zeichen, nicht am Aussehen. Silber trägt eine Feingehaltszahl in Tausendteilen, Porzellan eine Bodenmarke, Bilder eine Signatur am Rand, Uhren eine Werksnummer. Dreh jedes Stück um, bevor du es weglegst, und fotografiere die Marke. Und putz nichts: Patina zu entfernen senkt bei alten Stücken den Wert.

Metall: die Zahl entscheidet

Bei Silber und Gold steht der Feingehalt in Tausendteilen im Material. Silberwaren tragen häufig 800, 835 oder 925, Gold 333, 585 oder 750 — die Zahl steht an unauffälligen Stellen: am Besteckgriff auf der Rückseite, am Rand eines Tabletts, an der Innenseite eines Rings, an der Schließe einer Kette. Deutsche Silberwaren aus der Zeit nach dem Feingehaltsgesetz des späten 19. Jahrhunderts tragen zusätzlich Halbmond und Krone. Fehlt jede Zahl, ist es oft versilbert; darauf deuten Kürzel wie „90“ oder „100“ auf Bestecken hin, die für Auflagestärken stehen und nichts mit dem Feingehalt zu tun haben. Versilbertes hat Materialwert nahe null, aber manchmal Sammlerwert über Hersteller und Serie. Wieg Silber und notiere das Gewicht — bei Massenware ohne Sammlerinteresse ist es der Materialwert, der den Preis bestimmt.

Porzellan, Glas und Keramik: Bodenmarke fotografieren

Dreh jedes Stück um. Auf der Unterseite steht die Herstellermarke, oft dazu ein Serienname, manchmal Malerzeichen und Jahrescodes. Bekannte deutsche Manufakturen sind an ihren Marken eindeutig zu erkennen, Meissen etwa an den gekreuzten Schwertern. Wichtig ist, was neben der Marke steht: Striche durch die Marke bedeuten bei manchen Manufakturen Ausschussware zweiter Wahl und drücken den Preis erheblich. Prüf jedes Stück gegen das Licht und mit dem Fingernagel auf Haarrisse — ein Riss macht aus einer teuren Vase ein Dekorationsstück. Bei Glas achtest du auf Schliff, Bleikristallgehalt und Marken auf dem Boden, bei Keramik auf handgemalte Signaturen. Fotografiere Marke und Objekt zusammen und stell beides in die Anzeige. Das ist die Information, nach der Sammler suchen — und ohne sie bleibt jedes Angebot eine Vermutung.

Die Marke auf der Unterseite ist deine wichtigste Angabe — [übernimm sie in Titel und erstes Foto](/anzeige/neu?kategorie=antik&thema=herstellermarke), dann finden dich die Leute, die genau danach suchen. Anzeige aufgeben

Bilder, Uhren, Teppiche: worauf man zuerst schaut

Bei Bildern gilt: erst die Signatur suchen, meist unten rechts, dann die Rückseite fotografieren. Dort kleben Galerieetiketten, Ausstellungsnummern und Rahmungsaufkleber, und die sagen oft mehr über Herkunft und Wert als das Motiv. Unterscheide Druck von Original — ein Blick mit der Lupe zeigt beim Druck ein regelmäßiges Rasterpunktmuster. Bei mechanischen Uhren zählt die Marke, das Kaliber und ob das Werk läuft; öffne den Deckel nicht selbst, wenn du kein Werkzeug hast, Kratzer am Gehäuseboden kosten Geld. Bei Teppichen prüfst du die Rückseite: Handgeknüpfte zeigen ein leicht unregelmäßiges Knotenbild und die Musterung durchgehend, Maschinenware hat einen aufgeklebten Rücken und ein gleichmäßiges Raster. Fransen, die aus dem Teppich herauswachsen statt angenäht zu sein, sprechen für Handarbeit.

Die häufigsten Irrtümer beim Sichten

Vier Fehler kosten regelmäßig Geld. Erstens: putzen. Politur auf alter Bronze, Stahlwolle auf Blech, Schleifpapier an Möbelkanten — alles davon entfernt Patina, und Patina ist bei alten Objekten Teil des Werts. Sauber machen heißt Staub abnehmen, mehr nicht. Zweitens: reparieren. Ein geklebter Henkel ist schlechter als ein abgebrochener, weil sich Kleber kaum rückstandsfrei entfernen lässt. Drittens: die Verpackung wegwerfen. Originalkartons, Zertifikate, Bedienungsanleitungen und Kaufbelege erhöhen den Preis spürbar, gerade bei Uhren, Kameras und Modellen. Viertens: das Unscheinbare unterschätzen. Alte Werkzeuge, technische Geräte, Modelleisenbahnen, Füllfederhalter, Feuerzeuge und Kameraobjektive haben eigene Sammlermärkte, während das repräsentative Möbelstück im Wohnzimmer oft schwer verkäuflich ist. Bei Verdacht auf einen wertvollen Fund holst du eine Einschätzung ein, bevor du einen Preis nennst.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich echtes Silber?

An der Feingehaltszahl in Tausendteilen, meist 800, 835 oder 925, oft zusammen mit Halbmond und Krone. Kürzel wie 90 oder 100 auf Besteck stehen dagegen für Versilberung. Ein Magnettest hilft zusätzlich: Silber ist nicht magnetisch. Bleibt der Magnet haften, ist der Kern aus Eisen oder Stahl.

Soll ich alte Sachen vor dem Verkauf reinigen?

Staub abnehmen ja, polieren nein. Bei Silberbesteck ist vorsichtiges Anlaufentfernen üblich, bei Bronze, Kupfer, altem Holz und lackierten Oberflächen kostet Politur Wert. Im Zweifel gilt: Ein Käufer kann reinigen, was zu viel ist, aber niemand kann eine abgeschliffene Patina zurückbringen.

Woher weiß ich, was mein Fund wert ist?

Aus tatsächlich erzielten Preisen vergleichbarer Stücke, nicht aus Angebotspreisen. Such nach Hersteller, Serie und Zustand und sieh dir abgeschlossene Verkäufe an. Bei ungewöhnlichen Stücken lohnt eine Einschätzung durch ein Auktionshaus — viele bieten kostenlose Ersteinschätzungen anhand von Fotos an, und zwar auch dann, wenn du anschließend privat verkaufst.

Was ist mit Schmuck ohne Stempel?

Der kann trotzdem edel sein, gerade bei älteren oder ausländischen Stücken, bei denen die Punze abgerieben ist. Ein Juwelier oder Goldankauf prüft mit Säure- oder Röntgenfluoreszenztest, meist kostenlos. Verkauf ungeprüfte Stücke nicht als Gold, sondern beschreibe sie als ungeprüft — sonst wird aus der Angabe eine Zusicherung.

Bevor der Container kommt, wird jedes Stück einmal umgedreht

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.