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Ans Sozialkaufhaus spenden

Sozialkaufhäuser nehmen gebrauchte Möbel, Hausrat und Elektrogeräte an, wenn sie funktionieren und sauber sind — viele holen größere Stücke sogar kostenlos ab. Ruf vorher an und beschreibe, was du hast: Angenommen wird nur, was sich im Laden auch verkaufen lässt. Für den Abholtermin brauchst du meist ein bis zwei Wochen Vorlauf.

Was angenommen wird und was an der Tür abgelehnt wird

Ein Sozialkaufhaus ist ein Laden, kein Lager. Alles, was dort ankommt, muss von Menschen mit kleinem Budget gekauft werden, sonst wird es auf Kosten des Trägers entsorgt. Deshalb gilt eine einfache Linie: funktionsfähig, sauber, vollständig. Gefragt sind Küchentische, Stühle, Schränke in gängigen Maßen, Kommoden, Sofas ohne Flecken, Waschmaschinen und Kühlschränke, die laufen, Geschirr, Töpfe, Bettwäsche, Kinderausstattung, Fahrräder. Abgelehnt werden fast überall gebrauchte Matratzen, Polstermöbel mit Geruch oder Rissen, Einbauküchen, Schrankwände aus den Achtzigern, Röhrenfernseher, defekte Elektrogeräte und alles, was nach Feuchtigkeit riecht. Ruf deshalb vorher an, statt einen Transporter zu mieten. Am Telefon reichen drei Angaben: was es ist, wie groß es ist, in welchem Zustand. Manche Häuser wollen zusätzlich ein Foto per Mail.

Die Abholung ist der eigentliche Vorteil

Der Grund, warum Sozialkaufhäuser für Haushaltsauflösungen so nützlich sind, steht nicht im Regal, sondern auf der Straße: Viele Häuser betreiben einen eigenen Möbeltransport und holen kostenlos ab, oft als Beschäftigungsprojekt. Das löst genau das Problem, an dem private Weitergabe scheitert — niemand mit Transporter, kein Aufzug, zweiter Stock. Planen musst du dafür Vorlauf. Ein bis zwei Wochen sind üblich, in den Umzugsmonaten Ende Juni bis Anfang Oktober auch mehr. Frag beim Anruf drei Dinge ab: ob getragen wird oder nur ab Bordsteinkante geladen, ob Abbau dazugehört, und ob es eine Mindestmenge gibt. Manche Häuser fahren erst ab einem halben Transporter. Wer nur ein Einzelstück hat, bringt es besser selbst vorbei oder stellt es als Verschenk-Anzeige ein.

Stücke mit klarem Marktpreis verkaufst du besser selbst, und dafür genügt eine kostenlose Anzeige mit Fotos und Maßen. Anzeige aufgeben

Spendenquittung: was geht und was ein Irrtum ist

Sachspenden an eine steuerbegünstigte Organisation kannst du nach § 10b EStG als Sonderausgaben absetzen. Angesetzt wird bei Gegenständen aus dem Privatvermögen der gemeine Wert, also der Preis, der bei einem Verkauf im gebrauchten Zustand erzielbar wäre — nicht der Neupreis und nicht dein Anschaffungspreis. Dafür brauchst du eine Zuwendungsbestätigung, in der Art, Zustand und Wert der Sache benannt sind. Ein verbreiteter Irrtum: Der vereinfachte Nachweis über den Kontoauszug bis 300 Euro gilt nur für Geldzuwendungen, nicht für Sachspenden. Und nicht jedes Sozialkaufhaus ist selbst gemeinnützig — manche werden von gewerblichen Trägern betrieben und dürfen gar keine Bestätigung ausstellen. Frag das vor der Abgabe, nicht danach. Das ist eine Beschreibung der üblichen Rechtslage, keine Steuerberatung.

Spenden oder verkaufen — beides schließt sich nicht aus

Die sinnvollste Aufteilung bei einer Haushaltsauflösung sieht meistens so aus: Was einen eigenen Suchbegriff und einen realen Marktpreis hat, wird verkauft — Fahrrad, Werkzeug, Konsole, Markenmöbel, funktionierende Großgeräte jüngeren Baujahrs. Was zwar brauchbar, aber schwer verkäuflich ist, geht ans Sozialkaufhaus: Geschirr in Mengen, einfache Kiefernmöbel, Bettwäsche, Töpfe, Gläser. So bekommst du Geld für die Stücke, die welches bringen, und wirst den Rest ohne Sperrmüllgebühr los. Rechne dabei ehrlich: Ein Kleiderschrank für vierzig Euro, den du zweimal zeigst und der am Ende doch nicht abgeholt wird, kostet dich mehr Zeit als eine Abholung durch das Sozialkaufhaus mit festem Termin. Und was dort verkauft wird, finanziert Arbeitsplätze, die es sonst nicht gäbe.

Häufige Fragen

Holt das Sozialkaufhaus meine Möbel ab?

In vielen Städten ja, meist kostenlos und mit eigenem Fahrzeug. Voraussetzung ist, dass die Stücke verkäuflich sind und die Menge stimmt — manche Häuser fahren erst ab mehreren Möbeln. Ruf ein bis zwei Wochen vorher an und klär, ob aus der Wohnung getragen oder nur ab Bordstein geladen wird.

Werden gebrauchte Matratzen angenommen?

Fast nirgends. Aus hygienischen Gründen lehnen Sozialkaufhäuser Matratzen und meist auch Lattenroste mit Verschleiß ab. Dasselbe gilt für Polstermöbel mit Flecken oder Geruch. Diese Stücke gehören zum Sperrmüll, den du je nach Kommune online anmeldest — in vielen Städten mit mehreren Wochen Vorlauf.

Bekomme ich für eine Möbelspende eine Quittung?

Nur wenn der Träger steuerbegünstigt ist und eine Zuwendungsbestätigung ausstellt. Darin müssen Gegenstand, Zustand und Wert stehen. Angesetzt wird der Wert im gebrauchten Zustand, nicht der Neupreis. Frag vor der Abgabe nach, ob das Haus Bestätigungen ausstellt — gewerbliche Second-Hand-Betriebe dürfen es nicht.

Was ist der Unterschied zu einem Second-Hand-Laden?

Der Zweck und der Träger. Ein Sozialkaufhaus wird meist von einem gemeinnützigen Träger betrieben, verkauft günstig an Menschen mit geringem Einkommen und schafft dabei Arbeits- oder Qualifizierungsplätze. Ein Second-Hand-Laden ist ein gewerbliches Geschäft, kauft an oder nimmt in Kommission und zahlt dir einen Anteil.

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.