Was gebrauchte Autoteile wert sind
Gebrauchte Autoteile sind so viel wert, wie der Käufer sicher sein kann, dass sie passen. Entscheidend ist deshalb die Teilenummer, nicht der Zustand. Wer sie nennt, wird von allen Haltern des passenden Modells gefunden. Wer nur Marke und Modell schreibt, bekommt zehn Rückfragen und keinen Verkauf.
Die Teilenummer ist der halbe Preis
Auf fast jedem Originalteil steht eine eingeprägte oder aufgeklebte Nummer — beim Steuergerät auf dem Gehäuse, beim Scheinwerfer auf der Rückseite des Gehäuses, bei der Lichtmaschine auf dem Typenschild. Genau nach dieser Nummer sucht ein Käufer, der schon weiß, was er braucht. Er hat sie aus seinem alten Teil abgelesen oder von der Werkstatt bekommen, und er sucht nichts anderes. Steht sie in deinem Titel, findet er dich unter zwanzig Treffern. Steht sie nicht drin, konkurrierst du mit tausend Anzeigen, in denen ebenfalls nur „Golf 6“ steht. Dazu gehören die Angaben, die Passgenauigkeit erst entscheiden: Baujahr, Motorkennbuchstabe, Getriebeart, bei Karosserieteilen die Farbnummer vom Typenschild. Ein Foto der Nummer selbst ist die beste Beschreibung, die du liefern kannst — es beendet die Diskussion, bevor sie anfängt.
Was Geld bringt und was in den Container gehört
Wert behalten Teile, die im Neuzustand teuer und im Schadensfall häufig fällig sind: Scheinwerfer und Rückleuchten, Türen und Klappen in einer verbreiteten Farbe, Navigations- und Steuergeräte, Sitzgarnituren in Leder, Anhängerkupplungen, komplette Alufelgensätze mit Reifen. Kaum etwas bringen Verschleißteile, deren Restlaufzeit niemand einschätzen kann: Bremsscheiben, Kupplungen, Stoßdämpfer, Zahnriemen. Bei Rädern entscheidet das Alter mit. Die vierstellige DOT-Nummer auf der Reifenflanke nennt Produktionswoche und Jahr — 2319 heißt 23. Woche 2019 — und die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt nach § 36 Abs. 2 StVZO bei 1,6 Millimetern. Wer beides in die Anzeige schreibt, verkauft Reifen; wer „noch gutes Profil“ schreibt, verhandelt darüber vor der Tür. Winterreifen brauchen inzwischen das Alpine-Symbol, den Berg mit der Schneeflocke; die reine M+S-Kennzeichnung reicht in Deutschland nicht mehr aus.
Wenn du die Teilenummer schon abgelesen hast, kannst du sie direkt in den Titel setzen und die Anzeige aufgeben, solange das Teil noch vor dir liegt. Anzeige aufgeben
Airbags, Gurtstraffer und Altöl sind ein eigenes Thema
Airbagmodule und Gurtstraffer enthalten einen pyrotechnischen Satz. Sie gelten als Gefahrgut und dürfen nicht wie ein Paar Bremsbeläge in den Paketversand gegeben werden. Für den Transport gelten die Regeln für gefährliche Güter, und die Paketdienste schließen solche Sendungen in ihren Beförderungsbedingungen aus. Praktisch heißt das: Abholung und Übergabe vor Ort, oder gar nicht. Ähnlich klar ist die Lage bei Flüssigkeiten. Altöl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel gehören in die Annahmestelle, nicht in eine Anzeige. Und wenn du einen ausgebauten Katalysator anbietest, rechne mit Misstrauen — sie werden gestohlen, und der ehrliche Verkäufer unterscheidet sich vom unehrlichen genau darin, dass er sagt, aus welchem Fahrzeug das Teil stammt und warum es raus ist. So sieht die übliche Rechtslage aus; eine Rechtsberatung für deinen Fall ist das nicht.
Den Preis findest du am Neuteil, nicht am Bauchgefühl
Such den Neupreis des identischen Teils bei einem Ersatzteilhändler und rechne von dort nach unten. Ein funktionsfähiges Gebrauchtteil mit geringer Laufleistung liegt in der Praxis bei etwa der Hälfte, ein Teil mit sichtbaren Gebrauchsspuren deutlich darunter. Der zweite Anker ist der Verwerter: Was er dir zahlen würde, ist die Untergrenze, denn er kauft in Masse und mit Marge. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt dein Spielraum. Schreib den Kilometerstand des Spenderfahrzeugs dazu, auch wenn niemand ihn prüfen kann — er ist die Angabe, die Käufer als Erstes vermissen. Nenne Defekte offen: Ein Scheinwerfer mit gebrochener Halterung ist verkäuflich, ein Scheinwerfer, dessen gebrochene Halterung der Käufer erst zu Hause entdeckt, ist ein Streitfall. Beim Privatverkauf darfst du die Gewährleistung ausschließen, aber nur, solange du keinen bekannten Mangel verschweigst.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Teilenummer?
Auf dem Teil selbst, meist eingeprägt oder auf einem Aufkleber. Bei Elektronik steht sie auf dem Gehäuse, bei Karosserieteilen innen an der Kante, bei Anbauteilen auf dem Typenschild. Fotografiere sie ab und tippe sie in den Titel. Die Nummer aus dem Fahrzeugschein hilft nicht weiter, die gehört zum Auto, nicht zum Teil.
Darf ich einen ausgebauten Airbag verkaufen?
Verkaufen ja, verschicken faktisch nein. Airbagmodule sind pyrotechnische Erzeugnisse und im normalen Paketversand ausgeschlossen. Bleibt die Übergabe vor Ort. Schreib in die Anzeige, dass nur Abholung möglich ist, sonst führst du Gespräche, die am Ende an genau dieser Stelle scheitern.
Was ist ein Satz gebrauchter Alufelgen wert?
Das hängt an vier Dingen: Originalfelge oder Zubehör, Einpresstiefe und Lochkreis, Zustand der Felgenhörner und Alter der Reifen. Ein kompletter Satz mit vier gleich alten Reifen bringt spürbar mehr als vier Einzelfelgen. Nenne Zoll, Breite, Einpresstiefe und Lochkreis im Titel — danach wird gesucht.
Lohnt sich das Ausschlachten überhaupt?
Bei einem gängigen Modell mit teuren Anbauteilen ja, bei einem seltenen Kleinwagen selten. Rechne den Aufwand mit: Ausbau, Lagerplatz, Fotos, Nachrichten, Übergabetermine. Wenn am Ende drei verkäufliche Teile übrig bleiben, ist der Verkauf des kompletten Fahrzeugs an einen Verwertungsbetrieb oft das bessere Geschäft.