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Lithium-Akkus versenden

Lithium-Akkus sind Gefahrgut. Im Gerät eingebaut lassen sie sich unter Auflagen als UN 3481 versenden, einzeln als UN 3480 wird es deutlich strenger. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus dürfen gar nicht in den Paketversand. Über 100 Wattstunden gelten zusätzliche Vorschriften, die für Privatleute praktisch nicht erfüllbar sind.

Drei Fälle mit drei verschiedenen Regeln

Für den Versand zählt, wie der Akku zur Ware steht. Erstens: fest im Gerät verbaut, etwa ein Smartphone oder ein Notebook — das läuft unter UN 3481 und ist der einfachste Fall. Zweitens: mit dem Gerät verpackt, aber nicht eingebaut, etwa eine Kamera mit separatem Wechselakku — ebenfalls UN 3481, jedoch mit Auflagen an die Verpackung. Drittens: der einzelne Akku ohne Gerät, also UN 3480. Dieser Fall ist der strengste, weil ein loser Akku kurzschließen kann. Viele Paketdienste nehmen einzelne Lithium-Ionen-Akkus von Privatkunden gar nicht an oder nur mit Gefahrgutkennzeichnung. Prüfe die Beförderungsbedingungen deines Anbieters, bevor du eine Powerbank verkaufst — nicht danach. Sie stehen online und sind in fünf Minuten überflogen, und sie ändern sich häufiger als die Portotabellen.

Die 100-Wattstunden-Schwelle

Die Energie eines Akkus wird in Wattstunden angegeben und steht meist direkt auf dem Gehäuse; sonst rechnest du Amperestunden mal Spannung. Ein Handyakku liegt bei etwa 10 bis 20 Wattstunden, ein Notebookakku bei 40 bis 90, eine große Powerbank knapp darunter oder darüber. Oberhalb von 100 Wattstunden gelten die vollen Gefahrgutvorschriften mit Kennzeichnung, Dokumentation und geschultem Personal — das ist für Privatpersonen praktisch nicht darstellbar. Genau darüber liegen E-Bike-Akkus, Akkus von Rasenmähern und Werkzeugakkus großer Bauart. Für diese gilt: nur Abholung oder ein spezialisierter Gefahrgutversand, den es auch für Privatkunden gibt, aber zu einem Preis, der sich selten lohnt. Schreib die Wattstundenzahl in die Anzeige, sie beantwortet die Versandfrage vorab und wirkt zugleich sachkundig.

Wenn du Technik mit Akku anbietest, gehört die Wattstundenzahl in den Text — [nimm sie gleich in deine Anzeige auf](/anzeige/neu?kategorie=technik&thema=akku), das spart die halbe Rückfragerei. Anzeige aufgeben

Beschädigte Akkus sind tabu

Ein Akku, der aufgebläht, verformt, ausgelaufen oder heiß geworden ist, darf nicht versendet werden — weder einzeln noch im Gerät. Das ist keine Formalie: Beschädigte Lithium-Zellen können sich selbst entzünden, und ein Paketbrand betrifft nicht nur deine Sendung. Solche Akkus gehören zur Sammelstelle, nicht in den Verkauf. Dasselbe gilt für Geräte mit sichtbar aufgeblähtem Akku, etwa ein Handy, dessen Display sich hebt. Wenn du so ein Gerät als Bastlerware verkaufst, nimm den Akku heraus, entsorge ihn und schreib in die Anzeige „Akku entnommen und entsorgt, Gerät wird ohne Akku verkauft“. Damit ist der Versand unproblematisch und der Käufer weiß, was ihn erwartet. Verschweigen ist hier keine Option, weder rechtlich noch praktisch.

So packst du ein Gerät mit Akku

Der Akku bleibt möglichst im Gerät. Ist er separat, klebst du die Kontakte einzeln mit Isolierband ab und packst ihn in einen eigenen Beutel, damit er weder das Gerät noch anderes Metall berührt. Kein Kleingeld, keine Schrauben, keine Kabelenden mit blanken Kontakten in dieselbe Verpackung. Das Gerät wird so gepolstert, dass es sich nicht bewegt, und der Karton muss fest genug sein, dass er nicht eingedrückt wird — mechanische Beschädigung ist die häufigste Ursache für Zellprobleme. Ein moderater Ladestand ist sinnvoll, halb voll reicht völlig. Bei Sendungen ins Ausland kommen Luftfrachtregeln hinzu, die noch strenger sind. Frag im Zweifel bei der Annahmestelle nach, statt zu raten. Eine falsch deklarierte Akkusendung ist einer der wenigen Fälle, in denen aus einem Privatverkauf ernsthafter Ärger wird.

Häufige Fragen

Darf ich ein Handy mit Akku verschicken?

Ja, ein fest eingebauter Akku im Gerät ist der unproblematischste Fall, solange er unbeschädigt ist. Polstere das Gerät gut und verschick es in einem stabilen Karton. Sichtbar aufgeblähte Akkus sind ausgeschlossen — solche Geräte verkaufst du besser vor Ort oder ohne Akku.

Kann ich einen E-Bike-Akku verschicken?

Praktisch nicht. E-Bike-Akkus liegen deutlich über 100 Wattstunden und fallen unter die vollen Gefahrgutvorschriften. Es gibt spezialisierte Versanddienste, deren Preise sich für einen Privatverkauf selten rechnen. Biete den Akku zur Abholung an und schreib das gleich in die Anzeige, sonst diskutierst du es in jedem zweiten Chat neu.

Wie finde ich heraus, wie viele Wattstunden mein Akku hat?

Meistens steht es auf dem Gehäuse. Sonst multiplizierst du die Kapazität in Amperestunden mit der Nennspannung: 5 Ah mal 3,7 V ergeben 18,5 Wattstunden. Bei Angaben in Milliamperestunden vorher durch 1.000 teilen. Schreib das Ergebnis in die Anzeige, dann fragt kein Käufer nach.

Muss ich den Akku kennzeichnen?

Bei Geräten mit eingebautem Akku verlangen die Anbieter in vielen Fällen ein Hinweiszeichen auf dem Paket. Die genauen Anforderungen stehen in den Beförderungsbedingungen und ändern sich gelegentlich. Frag beim Einliefern nach, statt ein altes Zeichen von einem gebrauchten Karton stehen zu lassen.

Akkugeräte verkaufen sich gut — wenn die Angaben vollständig sind

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Stand: 2026-08-24 · Geschrieben von der zweito-Redaktion.