Siebträgermaschine gebraucht kaufen
Eine gebrauchte Siebträgermaschine ist meist die bessere Wahl als eine neue derselben Preisklasse, weil hier Reparierbarkeit zählt und nicht Elektronik. Entscheidend sind drei Dinge: die Bauart des Kessels, der Zustand im Inneren nach Jahren mit hartem Wasser und ob eine passende Mühle dabei ist.
Einkreiser, Zweikreiser, Dualboiler — was im Alltag zählt
Ein Einkreiser hat einen Kessel für Brühwasser und Dampf. Du kannst brühen oder aufschäumen, aber nicht gleichzeitig, und zwischen beidem musst du warten. Für einen Espresso am Morgen reicht das völlig. Ein Zweikreiser hat einen Dampfkessel mit einem Wärmetauscher darin, aus dem das Brühwasser gezogen wird — brühen und dampfen laufen parallel, dafür braucht die Maschine eine Aufheizzeit und den sogenannten Cooling Flush. Ein Dualboiler hat zwei getrennte Kessel und regelt beide Temperaturen unabhängig; das ist die komfortabelste und die teuerste Bauart. Frag vor dem Kauf, welche der drei es ist, und ordne den Preis danach ein. Ein günstiger Zweikreiser mit Kalkproblem ist kein Schnäppchen, ein gepflegter Einkreiser für die Hälfte dagegen schon. Thermoblock-Geräte aus dem Supermarktregal gehören in keine dieser drei Klassen.
E61 heißt: Ersatzteile gibt es an jeder Ecke
Die E61-Brühgruppe wurde 1961 von Faema eingeführt und wird bis heute in zahllosen Maschinen unterschiedlicher Hersteller verbaut. Für dich als Gebrauchtkäufer ist das die wichtigste Nachricht des Tages: Duschsieb, Brühgruppendichtung, Hebelventil und Dichtringe sind Standardteile, kosten wenig und lassen sich mit normalem Werkzeug tauschen. Eine E61-Maschine mit tropfender Gruppe ist deshalb kein Defekt, sondern eine Wartungsaufgabe von zwanzig Minuten. Beim Siebträger selbst gilt Ähnliches: 58 Millimeter ist das verbreitetste Maß, und passende Siebe, Duschsiebe und Tamper findest du problemlos. Kleinere Sondermaße engen dich ein. Sieh dir außerdem an, ob die Maschine eine gängige Marke ist, für die es Explosionszeichnungen und Teilelisten gibt. Ein exotisches Gerät ohne Ersatzteilquelle ist genau so lange schön, bis das erste Ventil undicht wird.
Wenn du eine Maschine abgibst, nenne Bauart und Baujahr sowie das, was an Zubehör mitgeht — bei Siebträgern kauft man das Paket, nicht das Gehäuse. Anzeige aufgeben
Kalk siehst du nicht, aber du kannst danach fragen
Der Kessel ist das Teil, das du bei der Besichtigung nicht sehen kannst, und gleichzeitig das teuerste. Frag deshalb nach dem Wasser: Wurde weiches oder gefiltertes Wasser verwendet, gab es einen Filter im Tank, wie oft wurde entkalkt? Bei Maschinen mit Kupferkessel ist zu häufiges und zu scharfes Entkalken übrigens ebenfalls ein Risiko — dort arbeiten viele Besitzer stattdessen von vornherein mit aufbereitetem Wasser. Sieh dir das Sicherheitsventil und die Anschlüsse auf weiße Krusten an, schau ins Wassertankfach und riech daran. Lass die Maschine aufheizen und beobachte den Manometerzeiger: Er sollte ruhig stehen und beim Bezug in den üblichen Bereich um neun bar gehen. Zappelt der Zeiger oder erreicht die Maschine keinen Druck, steckt das Problem in Pumpe, Ventil oder Kessel — und das ist der teure Teil.
Ohne Mühle ist die Maschine nur Deko
Das ist der Satz, der bei Espresso am meisten Geld spart. Der Mahlgrad muss fein und stufenlos verstellbar sein, sonst kannst du den Bezug nicht einstellen, und dann schmeckt jeder Espresso entweder sauer oder verbrannt. Eine Maschine für dreihundert Euro mit einer Kaffeemühle aus dem Haushaltsregal liefert schlechteren Kaffee als eine günstigere Maschine mit passender Espressomühle. Wenn Verkäufer beides zusammen abgeben, ist das oft der bessere Kauf, auch wenn die Summe zuerst höher wirkt. Frag außerdem nach dem Zubehör: Siebe für eine und zwei Tassen, Blindsieb für die Rückspülung, Tamper, gegebenenfalls Wasserfilter. Und lass dir zeigen, ob der Siebträgergriff fest sitzt und die Gruppe sauber schließt. Ein Träger, der beim Einspannen weit über die Mitte hinausgeht, sagt dir, dass die Brühgruppendichtung platt ist — kleiner Posten, gutes Argument beim Preis.
Häufige Fragen
Ist eine gebrauchte Siebträgermaschine ein Risiko?
Weniger als bei Geräten mit viel Elektronik. Siebträger sind mechanisch aufgebaut, und die Verschleißteile sind billig. Das echte Risiko sitzt im Kessel und in der Pumpe. Frag nach Wasserqualität und Entkalkung und lass die Maschine bei der Besichtigung vollständig aufheizen.
Welche Siebträgergröße brauche ich?
58 Millimeter ist das verbreitetste Maß, und dafür bekommst du Siebe, Duschsiebe und Tamper überall. Kleinere Sondergrößen schränken die Auswahl ein und machen Zubehör teurer. Miss im Zweifel den Durchmesser des Siebs nach oder frag den Verkäufer danach, bevor du zusagst.
Brauche ich unbedingt eine eigene Mühle?
Ja, eine mit feinem, stufenlos verstellbarem Mahlgrad. Ohne sie lässt sich der Bezug nicht einstellen, und die beste Maschine liefert dann mittelmäßigen Espresso. Wenn Maschine und Mühle zusammen angeboten werden, rechne das als Paket — meist ist es der günstigere Weg.
Was bedeutet es, wenn der Siebträger schief einrastet?
Meist ist die Brühgruppendichtung verhärtet oder ausgeschlagen. Ein Träger, der beim Einspannen deutlich über die Mittelstellung hinauswandert, ist ein typisches Zeichen. Das Teil kostet wenig und ist schnell getauscht — nutz es lieber als Argument beim Preis, statt es zu übersehen.